Wildpflanzen für Nymphensittiche
Fast jeder Nymphensittich frisst begeistert Wildpflanzen, aber nur die wenigsten Halter kennen diese Möglichkeit und nutzen sie auch. Dabei sind frische Pflanzen eine ideale Vitaminquelle und bieten viel Beschäftigung. Man sollte natürlich darauf achten, die Pflanzen nicht an befahrenen Straßen oder Hundewegen zu sammeln. Auch gedüngte Flächen sollte man meiden. Für den Spaziergang kann man immer eine kleine Transportbox mitnehmen. So bleiben die Futterpflanzen unbeschadet und werden nicht gequetscht. Bei größeren Sträußen eignet sich mitunter auch Zeitungspapier zum einwickeln.
Der natürlichen Nahrungsaufnahme am nächsten kommen Gräser. Auch in Australien fressen Nymphensittiche Grassamen, Hirse und Beeren. Auf unseren Wiesen findet man oft Unmengen an Knaulgras, Glatthafer, Hühnerhirse und Fuchshirse (Fuchsrote Borstenhirse). Diese und andere Gräser sind unbedenklich und können in unbegrenzter Menge an Nymphensittiche verfüttert werden. Am Beliebtesten sind sie im halbreifen also noch grünen Zustand. Kolbenhirse und Rispenhirse kann man auch gut im eigenen Garten anbauen.
Eine weitere beliebte Wildpflanze ist zum Beispiel die Kamille. Man findet drei verschiedene Arten: die Echte Kamille (Matricaria recutita), die Geruchslose Kamille (matricaria maritima) und die Strahllose Kamille (Matricaria matricariodes). Nymphensittiche dürfen das Kraut, die Blüten und den Samen fressen, also quasi die gesamte Pflanze. Man kann das Kraut bündelweise anbieten oder bei ängstlichen Vögeln nur kleine Mengen verblühter Pflanzen. Vor allem die echte Kamille wirkt verdauungsfördernd und schmerzlindernd bei Beschwerden im Magen-Darm-Bereich.
Auch die Gemeine Schafgarbe findet man zahlreich in der Natur. Sie ist für die Fütterung bestens geeignet, allerdings muss sie sicher bestimmt werden. Denn man kann die Schafgarbe leicht mit dem Schierling verwechseln. Dieser ist hoch giftig! Sicherstes Unterscheidungsmerkmal sind die Laubblätter. Schafgarbe hat lanzettliche (also längliche) Blätter. Der Gefleckte Schierling dagegen hat dreifach gefiederte Blätter.
Als letzte sehr beliebte Futterpflanze soll das Hirtentäschelkraut erwähnt werden. Der lange Stängel der Pflanze bildet gestielte herzförmige bis dreieckige Schoten aus. Dabei handelt es sich nicht um die Blätter, sondern um die Samen der Pflanze. Diese werden von Nymphensittichen begeistert gefressen. Hirtentäschelkraut ist auch als Heilpflanze bekannt. Einige Inhaltsstoffe wirken blutstillend, harntreibend und Blutdruckregulierend.
Im Winter bietet Quellfutter und Keimfutter eine willkommene Alternative.
Autor: Jana Rückschloss