Wein mit Barriqueausbau
Heute ist man der Meinung, es ist besser auf einem Stück Holz herum zu kauen, als einen fruchtigen Wein, der nicht im Barrique-Fass gereift ist, zu trinken. Lieber den Holzsaft herunterschlucken, als einen guten Wein trinken. Was passiert eigentlich, wenn der Wein in einem solchen Holzfass vor sich hin reift? Der Wein oxidiert, wodurch er seine Reifung bekommt und wird dabei um einige Geschmacksnoten erweitert. Zu diesen Geschmacknoten zählt man Vanille und diverse Röstaromen. Dadurch werden diese Weine sehr beliebt. Die Holzfässer werden innen sogar regelrecht angekokelt um die Röstaromen zu verstärken. Ob es auch funktioniert, wenn man den Wein im Topf auf dem Herd anbrennen lässt, wurde bisher noch nicht ausprobiert…
Winzer, die es eiliger haben, oder kein Fass aus Barrique sich leisten können bzw. nicht verfügbar haben, kippen auch gerne ein paar Säcke mit Sägespäne aus Eichenholz in den Stahltank, in dem der Wein lagert. Das ganze muffelt dann so ca. sechs bis zwölf Monate vor sich hin – und fertig ist ein Wein mit Aromen, was einen dem Barrique-Ausbau identischen Wein ergibt. Das nennt man dann chippen. Die Weine bekommen durch diesen Barrique-Ausbau einen sehr wuchtigen Charakter und das ist sicherlich ein Grund für die große Beliebtheit dieser Weine. Fakt ist aber auch, das selbst erfahrende Verkoster den in Barrqiuefässern gereiften Wein kaum vom gechippten Wein unterscheiden können. Und der Laie kann das wahrscheinlich erst recht nicht.
Ob man das nun ein Kunstwerk der Lebensmittechemie oder Weinpanchen nennt, bleibt jedem selbst überlassen. Es gibt aber auch hervorragende, fruchtige Weine, die haben das alles gar nicht nötigt und schmecken trotzdem hervorragend!
Roger Schmidt
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