Psychosen und Neurosen 3.1 Ursachen
Die Disposition der Neurose wird bereits in der Kindheit während der verschiedenen biologischen Entwicklungsphasen des Kindes (der Triebentwicklung) gelegt. Traumatische Erfahrungen mit Beziehungspersonen, wie Vater, Mutter oder Geschwister, finden ihren Niederschlag in den seelischen Strukturen des Menschen. Sie können der Grundstein für eine spätere Neurose sein.
Neurosen können aus seelischen Konflikten, die im Unterbewußtsein eines Menschen verborgen liegen, entstehen. Solche Konflikte sind Triebwünsche, die aus der frühen Kindheit erhalten geblieben, oder später wieder neu auferlebt sind und deren Abwehr.
Triebwünsche aus der frühen Kindheit sind Geschehen, die aufgrund einer unbewußten Abwehr z.B. durch Verdrängung, Verleugnung oder Rationalisierung, durch seelische Abwehrleistungen aus dem Bewußtsein verdrängt wurden.
Bei neurotischen Konflikten gelingt es dem seelischen Abwehrmechanismus nicht vollständig, den verbannten Triebwunsch in Schach zu halten. Teile des Triebwunsches und dessen Abwehrversuche finden in verschiedenen Symptomen, welche sich als Spannungszustände im Kopf oder psychotische Anfälle äußern können, ihren Ausdruck. Diese Symptome werden von dem Neurotiker dann als Alternative zu dem Konflikt aufgefaßt, was heißen soll, daß sich der Mensch seinem beängstigenden Triebwunsch nicht stellen muß.
Aufgrund der Tatsache, daß diese seelischen Konflikte im Unterbewußtsein verankert sind, ist es dem Neurotiker nicht möglich, sie willentlich zu steuern.
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