Über 50 und Investmentfonds als Altersvorsorge?
Wie essentiell eine Aufbesserung des Einkommens im Alter durch private Altersvorsorge ist, muss an dieser Stelle wohl kaum aufgeführt werden. Dennoch war dieses Thema vor einigen Jahren bei weitem nicht so brisant wie heute.
Ist man mit 50 zu alt für Wertpapiere?
Daher stehen auch zahlreiche, im Berufsleben bereits etablierte Bundesbürger vor der Frage nach dem Auskommen im Alter. Im Gegensatz zu einem 20jährigen, hat ein 50jähriger weit weniger Zeit seine Schäfchen sprichwörtlich ins Trockene zu bringen. Zeit ist nicht nur auf Grund des Zinseszinseffekts die wichtigste Größe beim Vermögensaufbau, auch können bei einem mehrere Jahrzehnte langen Anlagehorizont Wertschwankungen wesentlich leichter verkraftet werden.
So begegneten mir in den letzten Monaten immer wieder User im Altersbereich 50+, die gern durch den Erwerb von Wertpapieren oder Investmentfonds ihren Ruhestand abgesichert hätten. Leider fallen die Antworten auf derartige Bedürfnisse nahezu stets negativ aus. Die Geldanlage in Aktien oder Fonds erfordert eine langfristige Orientierung. Bei einem Anlagehorizont von weniger als 10 Jahren, steht das Risiko dieser Form der Geldanlage in keinem Verhältnis zur potentiellen Rendite.
Letzter Rettungsanker Versicherungen? Das kann nicht sein.
Es ist demnach kein Wunder, dass Anleger dieser Alterskategorie verstärkt in überteuerte Versicherungsprodukte mit Kapitalgarantie flüchten. Ein Fehler, der kostet und zwar in der Regel 10 bis 15 Prozent des Endbetrags.
Dabei ist eine abgesicherte Geldanlage auch für über 50jährige durchaus wesentlich günstiger zu haben. Nur muss diese anders konzipiert sein, als bei einem 20jährigen, ein 100prozentiger Aktienanteil kommt dem Roulette spielen gleich.
Nun, es ist durchaus möglich, seine eigene Geldanlage mit einfachen Mitteln abzusichern, genau wie es auch die Versicherungsprofis tun. Zunächst muss einmal entschieden werden, ob eine Einmalanlage oder ein Sparplan angestrebt wird.
Einmalanlage mit Kapitalgarantie
Möchten Sie beispielsweise einen Betrag von 20.000 Euro über 8 Jahre investieren, so sollten Sie zunächst die maximale Rendite einer umgangssprachlich „todsicheren“ Geldanlage ausrechnen. Hierzu zählen Festgelder, Tagesgeldkonten oder Bundeswertpapiere. Nehmen wir die durchschnittliche jährliche Rendite dieser Anlageformen bei 4 % an.
Um die Zinseszinsen zu berechnen, müssen Sie die Rendite als 1,04 hoch 8 (für die 8 Jahre) berechnen. Sie erhalten aufgerundet den Wert von 1,37. Dies entspricht einer Rendite von 37 Prozent.
Wenn Sie nun Ihren anfänglichen Anlagebetrag durch diese 1,37 teilen, erhalten Sie einen Wert von rund 14.600 Euro. Diesen Betrag sollten Sie in die entsprechende, oben genannte Form der Geldanlage investieren.
Mit den übrigen 4.400 Euro können Sie geeignete Wertpapiere oder Fondsanteile erwerben. Selbst bei einem Totalverlust dieses Teils, haben Sie nach 8 Jahren exakt wenigstens den Ausgangsbetrag. Erwirtschaften die Wertpapiere und Aktien eine ansehnliche Rendite, so profitieren Sie zusätzlich und Ihre Gesamtrendite steigt an.
Dieser Airbag für Ihre Geldanlage ist fast völlig kostenlos, Investmentfonds können beispielsweise mit 100 % Rabatt auf die Ausgabeaufschläge bei Fondsdiscountern erworben werden.
Sparplan mit Kapitalgarantie
Natürlich stehen nicht jedem die entsprechenden Mittel für eine derartige Einmalanlage zur Verfügung. Sinngemäß lässt sich das oben genannte Beispiel auch auf das Fondssparen adaptieren. Wird von den gleichen Renditen ausgegangen, wie im obigen Beispiel genannt, so können Sie auch eine monatliche Sparrate absichern.
So bleiben bei monatlich 200 Euro verfügbaren Mitteln 55 Euro für einen Fondssparplan, die restlichen 145 Euro müssten in entsprechend sichere Anlageformen investiert werden. Mit einem solchen Sparplan, erhalten Sie jedoch nicht exakt den gleichen Betrag, wie Sie über die Jahre gespart haben. Der Grund hierfür ist der Zinseszinseffekt. Für eine einhundertprozentige Kapitalgarantie wären bei dem oben genannten Sparplan 170,55 Euro in den sicheren Hafen zu tragen.
Wenn es doch die Riester-Rente werden soll …
Die Riester-Rente ist ohne Zweifel inzwischen eines der beliebtesten Produkte zur Altersvorsorge. Bevor jedoch die Riester-Versicherung für teure Abschluss- und Verwaltungsgebühren ausgewählt wird, sollten Sie sich einmal die Alternative Riester Fondssparen ansehen.
Im Gegensatz zu einer herkömmlichen Riester-Versicherung sind diese Verträge in der Regel vererbbar und vor allem deutlich kostengünstiger. Auch hier werden das eingezahlte Kapital und erhaltene Zulagen zum Ende der Laufzeit garantiert.
Torsten Breitag
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