3.2.5 Die Traumphase - Der Traum- Referat
In den in Abb. 5 gezeigten Phasen des leichten Schlafes, treten schnelle Augenbewegungen auf. Diese sind ein characteristischer Ausdruck dafür, daß eine Traumphase abläuft. Die Traumphasen, die nur in dem D-Sleep (Siehe 3.2.4.2) auftreten, werden daher auch REM-Schlaf (Rapid Eye Movement = rasche Augenbewegungen) bezeichnet. Beim Erwachsenen dauert die erste REM-Phase ca. 10 Minuten. Die folgenden REM-Phasen verlängern sich nach und nach, so daß die letzte REM-Phase kurz vor dem Erwachen ca. 50-60 Minuten dauert.
Bei Kleinkindern sieht der REM-Phasenablauf anders aus. Sie befinden sich etwa die Hälfte ihrer Schlafzeit in REM-Stadien. Einige Gehirnforscher gehen davon aus, daß der Grund, weshalb die Kinder so lange REM-Schlafphasen haben, in der Gehirnentwicklung liegt. Es könnte also sein, daß die REM-Phasen eine Art Stimulierung für das Gehirn bedeuten. Die höhere Hirnwellenaktivität in diesen D-Sleep-Stadien könnten einen elektrophysiologischen Anstoß zum neuronalen Wachstum und Entwicklung des Gehirns geben.
Das Schlafbedürfnis verhält sich proportional zu der REM-Schlaflänge. So brauchen Säuglinge den meisten Schlaf, durchschnittlich etwa 16 Stunden. Dreijährige Kinder benötigen nur noch 12 Stunden Schlaf. Bei Kindern ab ca. 10 Jahren entwickelt sich alllmählig das Erwachsenenschlafmuster.(27)
Das Schlafbedürfnis pendelt sich dann bei sieben bis acht Stunden ein. Hierzu muß gesagt werden, daß es dennoch Menschen gibt, die mit fünf Stunden Schlaf auskommen und auch welche, denen selbst 12 Stunden immer noch zu wenig ist. (28)
Da diese Phase im EEG unregelmäßige Frequenzen mit geringer Amplitude, ähnlich denen des Wach-Stadiums aufweist (siehe Abb. 4), gerät das Gehirn in lebhaft geistiger Aktivität.
So fängt es an, Informationen des Tages zu verarbeiten und diese durch ganz verschiedene Assoziationen zu verbinden, daß ein Wirrwarr von Bildern und Situationen entsteht. (Hierbei ist zu bemerken, daß nicht geklärt ist, ob das Produkt dieser Träume bloßes Zufallsprodukt ist oder ob diese Informationsverarbeitung ganz bestimmte Assoziationsketten auslöst, die dann psychoanalytisch gedeutet werden können.)
Die frequentialen Hirnwellenänderungen während diesen Stadiums werden durch den Theta-Rhytmus (nicht zu verwechseln mit den Theta-Wellen von 3.2.4.2) ausgelöst. Der Theta-Rhytmus ist eine sinusförmige Erregungswelle mit 6 Perioden / sec im Hippocampus, einer Hirnregion im Großhirn.
Diese Erregungswelle wiederum wird von Neuronen des Kleinhirns (siehe Abb. 1) angeregt.
Durch Tierexperimente konnte herausgefunden werden, daß alle Tiere, die die evolutionäre Entwicklung ihres Gehirns soweit durschritten haben, daß die Hirnregion, in der der Hippocampus eingebunden ist, entwickelt ist, auch REM-Schlafphasen vorweisen.
In der REM-Phase sind die Neuronen, die für die Bewegung zuständig sind, weitgehend gehemmt, so daß allenfalls Arme und Beine ein wenig zucken können. Die Augen gehen unter den geschlossenen Lidern rasch und synchron hin und her.(29,30)
Der Grund dafür, wieso die Neuronen für die Bewegung gehemmt sind, ist leicht zu veranschaulichen:
Im Wachzustand wird durch das Tier /dem Menschen Informationen aufgenommen. Während dieser Informationsaufnahme wird oftmals der Körper bewegt und die Augen schweifen umher. Werden nun diese Informationen, die ja zum Teil durch die Körperbewegungen aufgenommen wurden, im Traumschlaf, wie auch immer er sich manifestieren wird, verarbeitet, wäre es aufgrund der Gehirnstrukturierung schwer, dieses ohne Bewegungsabläufe zu schaffen. Damit der Schlaf aber nicht gestört wird, werden einfach die, zur Bewegungssteuerung nötigen Neuronen funktionsuntüchtig geschaltet. Da die Augenbewegungen den Schlafablauf nicht beeinträchtigen, war es für das Gehirn nicht nötig, ihren Bewegungsablauf außer Kraft zu setzen.
Wird den Menschen jegliche REM-Phase verhindert, indem sie immer vorher geweckt werden, verlängern sich die REM-Phasen in den darauffolgenden Nächten.
Wenn sie in, oder kurz nach REM-Phasen geweckt werden, können sie sich an ihrem Traum erinnern. (31,32)
Psychologen und Traumdeuter nutzen diese Kenntnis, um Trauminformationen von ihren Patienten zu bekommen, die sie zu einer therapeutisch benötigten Traumdeutung verwendenn können. Die sogenannte Traumdeutung hat eine lange Entwicklung hinter sich, die in den nächsten Seiten erklärt wird.
(27) vgl. Restak, Richard M. (1988). „Geheimnisse des menschlichen Gehirns / Ursprung von Denken, Fühlen, Handeln“ (Sonderausgabe) Landsberg am Lech: mvg – moderne verlagsgesellschaft mbh, S. 294 f
(28) vgl. Restak, Richard M. (1988). „Geheimnisse des menschlichen Gehirns / Ursprung von Denken, Fühlen, Handeln“ (Sonderausgabe) Landsberg am Lech: mvg – moderne verlagsgesellschaft mbh, S. 294 f
(29) vgl. Singer, Wolfgang (1994). „Gehirn und Bewußtsein / mit einer Einf. von Wolf Singer“ (1. Auflage) Heidelberg, Berlin, Oxford: Spektrum Akademischer Verlag GmbH, S. 50 ff
(30) vgl. Restak, Richard M. (1988). „Geheimnisse des menschlichen Gehirns / Ursprung von Denken, Fühlen, Handeln“ (Sonderausgabe) Landsberg am Lech: mvg – moderne verlagsgesellschaft mbh, S. 299 ff
(31) vgl. Singer, Wolfgang (1994). „Gehirn und Bewußtsein / mit einer Einf. von Wolf Singer“ (1. Auflage) Heidelberg, Berlin, Oxford: Spektrum Akademischer Verlag GmbH, S. 50 ff
(32) vgl. Restak, Richard M. (1988). „Geheimnisse des menschlichen Gehirns / Ursprung von Denken, Fühlen, Handeln“ (Sonderausgabe) Landsberg am Lech: mvg – moderne verlagsgesellschaft mbh, S. 299 ff
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