Traumdeutung im Bereich Kartenlegen
Als 1. geschichtlich dokumentierte Art der europäischen Esoterik ist Pythagoras bekannt. Pythagoras lebte etwa 570 bis 500 vor Christus und vertrat die Lehrmeinung, dass der Charakter eine vom Körper ablösbare Seele mit Bestand nach dem Tode durch Wiedergeburt besitze. Von Pythagoras stammt auch der Fachausdruck “Kosmos”, der eine ausgeglichen geordnete Welt definiert, dem Unterschied zum Chaos. Er setzte die Bewegung von Planeten in Beziehungen zu Interval der Musik und bestimmte den Fachausdruck “Sphärenharmonie”. Platon, Parmenides von Elea und Empedokles übernahmen die Reinkarnationstheorie von Pythagoras und leiteten daraus einen harten Vegetarismus ab, ein Untersagung des Verzehrs von Tieren, was bei einer Grundvoraussetzung der Reinkarnationsmöglichkeit des Menschen als Tier anderweitig mit Kannibalismus gleichzusetzen gewesen wäre. Platon definierte die Seele als den eigentlichen Mittelpunkt des Menschen, der Körper hingegen sei nur vorübergehend inkarnierter Natur und damit das “Grab” des Menschen. Die Lehren von Pythagoras werden auf der einen Seite mit ihren Elementen der Wiedergeburt und Auferstehung in das christliche Weltbild integriert, zeitgleich aber auch als Ketzerei verdammt. Aus jenem Konflikt heraus entstanden die Begriffe “esoterisch”, “Gnosis” und “Gnostizismus”. Gnostiker setzen den Kern auf die “Selbstermächtigung des erkennenden Subjekts” im Unterschied zur christlichen Schelte, die den Kern auf die Limitation der menschlichen Vergegenwärtigung setzt und die Offenheit in der göttlichen Enthüllung findet. Die Dienste der esoterischen Selbsterforschung und die Kunst der Vorhersage beim Kartenlegen haben gerade in den letzten Jahrzehnten wieder viel allgemeines Interesse gefunden. Ob mit Systemen der Zigeunerkarten, Lenormand-Karten oder Tarotkarten, das Interesse an der eigenen Zukunft mit Techniken, die das Kartenlegen nutzen, führt viele Menschen zu einer neuen Befassung mit dem eigenen Leben.