4. Die Geschichte der Traumdeutung Teil 2 - Der Traum - Referat
Schon im 4. Jh. v. Chr. beschäftigte sich Plato, ein griechischer Philosoph, mit der Frage, „wie Träume auf das Leben von Menschen einwirkt“.
Die Traumtheorien des alten Judentums waren durch die Gefangenschaft der Hebräer in Ägypten und Babylon geprägt, jedoch in ihren monotheistischen Glauben (Eingottglaube) eingebettet. Sie glaubten, Jahwe benütze Träume, um mit seinem erwählten Volk in direkten Kontakt zu treten und es zu führen.
In der Bibel wird vor falschen Propheten gewarnt, die zum eigenen Vorteil oder durch Bestechung durch andere, manipulierte Traumdeutungen vornehmen. Der Talmud (die Torarolle der Juden) weist darauf hin, daß jeder Traum aus vielen Blickwinkeln, auf unterschiedliche Weise, gedeutet werden muß, so, daß persönliche Eigenschaften des Träumer, wie z.B. Alter, Beruf, Glücklichkeit, usw. berücksichtigt werden..
Im Mittelalter sprachen die christlichen Geistigen immer wieder neue Theorien über den Ursprung und Sinn der Träume aus. Sie ähnelten sich jedoch sehr stark in der Überzeugung, daß Gott mit ihnen durch Träume in Verbindung trat. Die wissenschaftlichen Erklärungsversuche Aristoteles` kamen in dieser Epoche kaum mehr zum Tragen.
So schrieb ein Römer, Namens Artemidor von Daldis, mitte des 2. Jhd. n. Chr., inspiriert durch Bücher und Überlieferungen der Traumdeutung, fünf Bücher , welche zur Grundlage für das umfassendste Deutungssystem bis zu der Zeit S. Freuds wurde. Eine grundlegende Aussage die er über seine Theorie machte war, daß Träume eine Fortsetzung der Aktivitäten am Tage seien.
Im späten 2. Jahrhundert vertraten die Christen die Meinung, daß Träume die Beziehung zwischen Gott und den Menschen offenbaren könnten.
Im 4. Jhd. wurde gepredigt, daß sich Gott den Gläubigen in Träumen offenbare und auch, daß wir nicht verantwortlich seien für den Inhalt unserer Träume. (39)
In dem folgendem Jahrhundert schrieb Synesios von Kyrene, ein griechischer Philosoph, „der Traum sei ein Produkt der Vorstellungskraft, die zwischen Vernunft und sinnlicher Erfahrung liege.“(40)
Durch Hironymus, ein griechischer Philosoph, der nach einem Albtraum der weltlichen Literatur, u.a. über Traumdeutung, abschwor, nahm die Bedeutung eine Wende. Träume wurden nicht weiter als eine Verbindung zum Göttlichen angesehen, sondern auf Hexerei zurückgeführt. „Eine Art Stagnation (Stillstand, d. V.) charakterisierte die wissenschaftliche Weiterentwicklung darauffolgenden Jahrhunderte.“(41)
Die Kirche sah sich als Wort Gottes und blickte misstrauisch auf alles, was nicht in der Bibel geschrieben stand. Kein anderes Wort hatte daneben Bestand.
Am Ende des Mittelalters trat Martin Luther in Erscheinung. Er reformierte die Kirche und vermittelte eine „neue alte Sicht“ der Traumdeutung. Er vertrat die Meinung, daß Gott in den Träumen hilft, zur Selbsterkenntnis zu gelangen.
Im Jahre 1450 erlebte die Traumdeutung eine weitere Revolution. Gutenbergs Erfindung der beweglichen Lettern für das Druckverfahren ermöglichte es, billiger zu drucken. Dadurch wurde die Literatur für viel mehr Menschen attraktiv und finanzierbar. An gewöhnliche Bürger wurden Traumlexika verkauft, „die auf Artemedors (griech. Philosoph, d.V.) Werk basierten, (…) aus dem 2. Jh. n. Chr. Diese Durchschriften vermittelten die Bedeutung von Traumbildern sowie Anleitungen für Heilschlafrituale in den eigenen vier Wänden.“(42)
Im 19. Jahrhundert befaßten sich verschiedene Schriftsteller mit der Thematik des Träumens. „Die Menschen setzten sich mit der Möglichkeit auseinander, daß Träume, wie andere Produkte der Imagination, eine innere Notwendigkeit besitzen und von realen Erlebnissen herrühren könnten.“(43)
In den vorherigen Epochen der Zeit erlangten die Menschen trotz intensiver Überlegungen kaum oder nur unzulängliche Antworten auf ihre Fragen. Mit dem Aufblühen der Naturwissenschaften waren die Menschen endlich bereit, den Aberglauben zulegen und sich mit neuen Traumtheorien zu befassen. Man nahm an, daß Träume natürlicher Bestandteil des psychischen Funktionierens seien und dem Menschen etwas über sich selbst offenbaren könnten. Deutsche Wissenschaftler lenkten die Traumforschung in neue Bahnen, als sie die „logische Beziehung“ zwischen dem Unterbewußten und dem Traum herausstellten. Zur gleichen Zeit begann S. Freud mit seinen Untersuchungen, auf die später noch einmal genauer eingegangen wird.(44)
(39) vgl.: Ullman, Montague (1986). „Mit Träumen arbeiten“ (1. Auflage) Stuttgart: Klett – J. G. Cotta´sche Buchhandlung Nachfolger GmbH, S. 42 ff
(40) Zitat: Ullman, Montague (1986). „Mit Träumen arbeiten“ (1. Auflage) Stuttgart: Klett – J. G. Cotta´sche Buchhandlung Nachfolger GmbH, S. 48
(41) Zitat: Ullman, Montague (1986). „Mit Träumen arbeiten“ (1. Auflage) Stuttgart: Klett – J. G. Cotta´sche Buchhandlung Nachfolger GmbH, S. 49
(42) Zitat: Ullman, Montague (1986). „Mit Träumen arbeiten“ (1. Auflage) Stuttgart: Klett – J. G. Cotta´sche Buchhandlung Nachfolger GmbH, S. 50
(43) Zitat: Ullman, Montague (1986). „Mit Träumen arbeiten“ (1. Auflage) Stuttgart: Klett – J. G. Cotta´sche Buchhandlung Nachfolger GmbH, S. 50 f
(44) vgl.: Ullman, Montague (1986). „Mit Träumen arbeiten“ (1. Auflage) Stuttgart: Klett – J. G. Cotta´sche Buchhandlung Nachfolger GmbH, S. 50 f
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