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Traditioneller Fachwerkbau

Die Kunst des Fachwerkbaus ist ein sehr altes Handwerk. Fachwerkbauten prägen mittelalterliche Städte und historische Siedlungen.

Das Prinzip des Fachwerkbaus, das auch heute noch zur Anwendung kommt, besteht im Wesentlichen aus einer Holzkonstruktion aus widerstandsfähigen Hölzern, vornehmlich Eichenholz. Die Zwischenräume des Balkengerüstes werden mit Ziegeln aufgefüllt.

Der Name Fachwerkhaus rührt nicht etwa daher, dass die Häuser von fachmännischen Handwerkern errichtet werden, sondern leitet sich von der typischen Bauweise ab: Die Auffüllungen der Balkenräume werden als Gefache bezeichnet.

Traditionelle Fachwerkhäuser werden ohne Schrauben und Nägel gebaut, Stabilität erreichen die Konstruktionen durch ausgeklügelte Zapfenverbindungen, die mit aus Holz gefertigten „Nägeln“ gesichert werden.

Viele heutzutage gebaute Fachwerkhäuser verzichten auf diese aufwändigen Techniken. Um Arbeit und Kosten einzusparen, werden Balken mit Flacheisen und Winkeln verbunden. Teilweise werden auch einfach Balken und Gefache als Verblendungen an die Fassade eines gemauerten Hauses angebracht. Solche Konstruktionen erreichen aber bei weitem nicht die Qualität und Haltbarkeit eines von einer Zimmerei gebauten, traditionellen Fachwerkhauses.

Ein weiterer positiver Nebeneffekt, den der Werkstoff Holz mit sich bringt, ist ein immer gleich bleibendes angenehmes Raumklima. Holz entzieht überschüssige Feuchtigkeit aus der Raumluft und gibt diese wieder ab, sobald die Luft zu trocken wird. Allergiker und Kinder fühlen sich daher in Häusern mit offenen Holzkonstruktionen besonders wohl.

Eine individuelle Note bekommen Fachwerkhäuser durch kunstvolle Verzierungen. Dies können zum Beispiel Schnitzereien, Symbole oder Schriftzeichen sein. Vielen traditionellen Symbolen werden besondere Bedeutungen zugeschrieben, so sollen Schuppungen laut Überlieferung vor Blitzschlag schützen.

Mittlerweile werden Fachwerkhäuser auch als Fertighaus angeboten. Qualität und Arbeitsmethoden bleiben dabei dieselben, jedoch wurden der Preis und die Fertigungszeit deutlich gesenkt, indem zum Beispiel während der aufwändigen Planungsphase auf moderne Computertechnik zurückgegriffen wird. Auf diese Weise muss nicht jedes einzelne Haus neu geplant und berechnet werden. Man hält sich an bereits vorhandene Daten und führt nur kleine Änderungen nach Kundenwunsch durch, danach kann sofort mit der Fertigung begonnen werden.

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