5.2.1 Die allgemeine Theorie nach C.G. Jung - Der Traum - Referat
Für Jung ist der „Traum die Sprache des Unterbewußten, eine Bildersprache, in der das Unterbewußte sich unserem bewußten Ich mitteilt.“(59), wobei Jung davon ausging, daß man das Unterbewußte in zwei Bereiche einteilen kann. Der eine Bereich zählt zu den Dingen, die persönlich erlebt wurden, aber im Laufe des Lebens vergessen, verdrängt, unterdrückt oder unterschwellig aufgenommen worden sind. Der andere Bereich entspricht dem kollektiven Bewußtsein, das laut Jung den Mutterboden des Bewußtseins darstellt. Aus ihm entsteht erst das Bewußtsein, das endogen veranlagt ist. Das kollektive Bewußtsein wird im folgenden unter 5.2.4 noch näher erläutert.
Die Elemente des Traums bestehen aus einer Mischung von Tagesresten und Inhalten des Unbewußten. Ihre Anordnung im Traum bezeichnet Jung als außerhalb der Kausalität stehend. Raum und Zeit haben keine Gültigkeit für sie. Ihre Sprache ist archaisch (entwicklungsgeschichtlich, älteren Schichten der Persönlichkeit angehörend), symbolisch und prälogisch (Bildersprache, die durch eigenes Deutungsverfahren erschlossen wird).
Jung hatte keine Theorie über die Entstehung der Träume. Er konzentrierte sich mehr auf den manifesten Trauminhalt, im Gegensatz zu Freud, der sich mehr mit den latenten Trauminhalt beschäftigte. Laut Jung zeigen Träume Wege in die Zukunft auf und das Traumdenken stellt eine phylogenetisch (Die Stammesgeschichte betreffend) ältere Art des Denkens dar. Er ist der Meinung, daß Träume eine Art natürliche Bildersprache des Hirns sind, die sich außerhalb der Grenzen des rationalen Denkens befinden.(60)
(59) Zitat: Diekmann, Hans (1972) “Träume als Sprache der Seele” (1. Auflage) Goldmann Pszchologie +Pädagogik- Verlag, S. 9
(60) vgl. Franz, von, Marie-Louise, u.A. (1982) „Der Mensch und seine Symbole von C. G. Jung“ (6. Sonderausgabe) Olten, Waler-Verlag AG, S. 55
Bestandteil des Referats “Der Traum” .. zum Inhaltsverzeichnis