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The Burning Mountains

Etwa 50 Kilometer von Muswellbrook liegt das Burning Mountains Nature Reserve. Hier lebte das Aborigines Volk der Wanaruah. Alles was sie zum Leben brauchten, Essen, Medizin, Waffen Schutz lieferten ihnen die Berge, die Pflanzen und die Tiere. Sie verehrten das brennende Gestein. In ihren Überlieferungen wird erzählt, wie das Gamilaraay Volk aus dem Norden versuchte, Frauen des Stammes zu stehlen. Gewarnt durch das Volk der Wiradjuri versammelten die Wanaruahs all ihre Krieger zum Kampf. Die Frau eines dieser Krieger entschloss sich, auf der Spitze eines wie ein Finger geformten Sandsteinberges auf ihren Mann zu warten. Als er nicht zurück kam bat sie besorgt Baayami, den großem Himmelsgott, ihr das Leben zu nehmen. Dieser hatte Mitleid mit ihr. Statt sie zu töten verwandelte er sie zu Stein. Zu Stein geworden weinte sie Tränen von Feuer, die den Berg hinunter flossen und ihn entflammten. Noch bis in die heutige Zeit sitzt sie und wartet. Man kann sie noch heute sehen. The Wingen Maid!

In der Sprache der Wanaruah bedeutet „Wingen“ Feuer. So ist es auch nicht verwunderlich, dass der kleine Ort vor den Burning Mountains Wingen heißt. Selbst nach der Feststellung von Thomas Mitchell 1829, das es sich um brennende Kohleflöze handelte, blieb weiterhin für viele Jahre das Gerücht, der „Brennende Berg sei ein Vulkan.

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Bild freundlicherweise zur Verfügung gestellt von Dagobert Wiedamann.

Heute weiß man, dass vor 5500 Jahren in der Nähe des Pages River, also sechs Kilometer im Norden, der Schwelbrand des Kohleflözes begann. Mit einer Geschwindigkeit von einem Meter pro Jahr ist das Feuer in den letzten 120 Jahren gewandert. Die Fissuren und Löcher im Felsen wirken dabei wie Kamine, die Frischluft zuführen. Die exakte Lage des Feuers ist sogar heute nicht bestimmbar. Aber man weiß, dass es in 150 bis 300 Meter Tiefe unaufhörlich auf ein poröses Felsgebiet, das Kamin Zone genannt wird, zu wandert. Der Weg zum offenen Feuerbereich führt zunächst über einen Kilometer bergauf. Viele kahle, abgestorbene Bäume säumen den Weg. Je höher man klettert, umso spärlicher wird die Vegetation. Dann kommt eine Gerade von noch einmal einem Kilometer. Das letzte Teilstück ist ein steiler Anstieg von 250 Metern. Immer wieder wird auf Schildern vor dem Verlassen des Weges gewarnt. Und die tiefen Einbrüche im Gelände sollten Anlass sein, dies auch nicht zu tun. Bald riecht man schon den Schwefelgehalt in der Luft. Die Farbe der Erde am Wegesrand wechselt von graubraun zu rot. Dies wird durch die Oxydation des Eisens in der Erde bedingt. Dieser Kaminzone sieht man die 350° C an. In der Tiefe sollen um die 1700° Celsius herrschen. Rot ist das Erz, gelb der Schwefel und weiß die Pottasche und die Aluminiumsalze. Noch im letzten Jahrhundert wurde das verbrannte Gestein des Berges für Seifen, Creme und andere Kosmetika verwendet. „Australia’s Wonderful Natural Remedy and Tonic Soap“! Das war ein Verkaufsrenner!

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Dieter Tischendorf

http://www.ditido.de/

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