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Strassenmalerei – Strassenkunst ein Weg sich mit Farbe den Raum erobern

Was ist eigentlich Strassenmalerei? Gekritzel, Geschmiere oder Schlimmeres? Nein, Strassenmalerei ist die Kunst, in der Regel von kleinen Vorlagen riesige Gemälde auf das Pflaster zu malen. Mittels eines Rasters, einer sehr alten Technik, die zu Hilfe genommen wird um die Umrisse festzulegen und dadurch den Überblick nicht zu verlieren.Diese Gemälde erregen oft allgemeines Erstaunen, viele auch, wenn sie dabei zuschauen, können sich nicht vorstellen, was sie da gerade sehen. Wie vor ihren Augen ein riesiges Meisterwerk 1 zu 1 mit Pastellkreide entsteht.

Auch machen sich die Passanten Gedanken über die Vergänglichkeit, es macht sie manchmal traurig und sie vergessen den momentanen Eindruck dabei. Doch im Grunde ist es einfach zu erklären. Der Strassenmaler beginnt vergleichbar wie mit einer Geburt sein Bild, dass Bild lebt solange der Maler daran arbeitet und beginnt zu sterben nach der Vollendung.

Was sind die Strassenmaler für Menschen? Landstreicher, Penner, Schmarotzer? Weit gefehlt es sind Menschen die es wagen, unter schwierigen Bedingungen Farbe in die oft grauen Städte zu bringen. Die gegen das Wetter anmalen, jeder kommende Dauerregen, starke Platzregen zerstört das Bild. Kleinere Schauer tun ihrem Werk nicht so viel an. Der körperliche Einsatz ist vergleichbar mit einem Schwerarbeiter. Der Arbeitstag beginnt in Regel morgens zwischen 6:00 Uhr – 10:00 Uhr bis in den Abend und bei guter Straßenbeleuchtung bis in die N acht hinein. Aufwändige Bilder können schon mal bis zu 5 Tage dauern.

Sie füllen auch noch andere Tätigkeitsbereiche aus, arbeiten als Aktionskünstler der Strassenmalerei für Events und Strassenfeste. Nehmen an weltweiten Strassenmal - Wettbewerben teil, wie z.B. in Grazie di Curtatone alljährlich zum 15.August, immer zu Maria Himmelfahrt, um ihr Können durch Treffen mit Kollegen zu verbessern.

Gern werden Sie auch mit Wandmalerei beschäftigt. Da große Bilder für die Maler ein nicht allzu großes Hindernis darstellen. In der Wandmalerei wird mit verschiedenen Techniken gearbeitet. Eine von vielen ist die Graumalerei, eine andere die Illusionsmalerei (trompe-l’œil) oder es werden einfach nur schmückende Elemente in die Räume gemalt.

Ist Strassenmalerei verboten? Die Richtlinien haben mit dem jeweiligen Kommunalrecht der Städte zu tun. In München z.B. darf nur auf Leinwand gemalt werden. Auf der Kölner Domplatte direkt auf dem Boden. In Berlin ist beides erlaubt. In Barcelona ist es an zugewiesenen Plätzen nur denjenigen Künstlern gestattet, die die jährliche Ausschreibung gewinnen.

Es ist schon schade, dass manche Städte solch hohe Auflagen haben und sich damit ein Stück Lebensqualität wegnehmen.

Strassenmalerei und Wandmalerei

Christiane Jessen-Richardsen

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