7.2 Globale Zusammenhänge zwischen sozialer Schicht und Erziehungspraktiken
Forschungsergebnisse haben erwiesen, daß die Erziehungsunterschiede zwischen Ober- und Mittelschicht gering sind.
Gravierende Unterschiede sind zwischen Mittelschicht und Unterschicht zu beobachten.
Die Eltern erziehen ihre Kinder nach ihren eigenen Wertvorstellungen. Wenn sie der unteren sozialen Schicht angehören, sind konformistische Werthaltungen, das Befolgen von Verhaltensregeln, Gehorsam, Ordnung und Sauberkeit wichtig für die Erziehung. Eltern aus mittleren und höheren Schichten legen Wert auf Individualität, Kreativität und Selbstverwirklichung, außerdem werden die Kinder zu Selbständigkeit und Selbstkontrolle erzogen.
Die Unterschicht zielt auf äußere Anpassung an die Verhaltensnormen ab, für die Mittelschicht ist die innere Bereitschaft zur Anpassung an die Normen wichtig.
Bei der Untersuchung der Durchsetzung von Ge- und Verboten wurden folgende Gesetzmäßigkeiten vorgefunden:
Die Erziehenden aus der Unterschicht reagieren mit Sanktionen, wie körperliche Züchtigung, Schelte und Drohungen.
Die aus der Mittelschicht stammenden Eltern argumentieren, appellieren an das Gewissen und reagieren mit Liebesentzug.
Bei der Unterschicht werden direkte Folgen, bei der Mittelschicht wird die reine Absicht eines Mißverhaltens bestraft.
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