5.1.2 Zusammenhänge zwischen sozialer Unterschicht und Aggression
Untersuchungsergebnisse beweisen eine Häufung von Aggressivität in der sozialen Unterschicht. Es gibt verschiedene Aggressivitäten, die erwähnt werden:
- - körperliche und verbale Verletzungen von Personen
- - Sachbeschädigungen
- kriminelle Handlungen in Form von Bereicherungsdelikten (Diebstahl, Raub, Erpressung, Hehlerei)
- feindselige Haltung gegenüber anderen Schichten, die in Formulierungen wie “die sogenannten feinen Leute” zum Ausdruck kommt
- körperliche Strafe als Erziehungmittel
- häufige Verwendung von Schimpfwörtern rüde Sprache
- Befürwortung autoritärer Politik, die z. B. in häufiger Befürwortung der Todesstrafe zum Ausdruck kommt”
Erklärung der Zusammenhänge
Eine vermehrte Aggressivität wird häufig mit der Frustrations-Aggressions-Hypothese erklärt. Sie besagt, daß Aggression immer auf eine Frustration zurückzuführen ist und somit mit ihr in einem unmittelbaren Zusammenhang steht. Das heißt, Ärger, Wut und Enttäuschung werden durch aggressive Verhaltensweisen abgebaut. Die Aggressivität kann sich dabei auf andere Objekte beziehen. Ein Arbeiter hat z.B. Ärger mit seinem Vorgesetzten und beginnt daraufhin eine verbale Auseinandersetzung mit Familienangehörigen.
Eine Reaktion auf Frustration ist oft die Aggression, jedoch kann sie sich auch in Form von Resignation oder völligem Rückzug äußern. Eine Aggression kann aber auch ohne vorhergehende frustrierende Gegebenheiten ausgelöst werden, wie das Lernen am Modell bestätigt. Beispielsweise kann ein Arbeiter ein Herunterkommandieren und Schimpfen von seinem Chef übernehmen und dieses Verhalten auf seine Familie übertragen.
Die Theorie der unzulässigen Mittel ist eine weitere Erklärung, die häufige Aggressivität in der Unterschicht zu beschreiben. Dieses beruht auf das illegale, kriminelle Beschaffen von materiellen Gütern, um ein höheres Ansehen zu erlangen.
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