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5.1.1 Zusammenhänge zwischen sozialer Unterschicht und Frustration

Die in 5.1 erwähnten Untersuchungsergebnisse belegen, daß in der sozialen Unterschicht deutlich mehr Frustrationen in Form von unfreiwilligem Verzicht, Enttäuschungen und Misserfolgserlebnissen auftreten, als in höheren sozialen Schichten. Das heißt, daß Arbeiter der Unterschicht gleiche Wertvorstellungen wie Leute aus höheren Schichten haben, es ihnen aber an das dafür erforderliche Bildungsniveau mangelt, wodurch ihnen angesehene Berufspositionen und somit auch ein höheres Einkommen verwehrt bleiben, und sich somit diese Differenz frustrierend auswirkt. Diese Frustration begründet sich auf der hypothetischen Annahme, daß die Unterschicht dieselben Ziele wie die Mittelschicht verfolgt, die allerdings nicht erreicht werden. Dem könnte entgegengewirkt werden, indem die Unterschicht eine Zielverschiebung zu einem niedrigeren Niveau anstrebt.
Einige Soziologen vertreten die Meinung, daß die soziale Unterschicht andere Werte als die soziale Mittelschicht verfolgt.
Die Unzufriedenheit in der sozialen Unterschicht kann durch pädagogische und politische Konsequenzen erklärt und verringert werden:

1.

Man könnte die Angleichung der sozialen Unterschicht an die in Punkt 5. erwähnten Werte erreichen, indem man bessere Bildungsmöglichkeiten, Ausbildung eines Leistungsstrebens, eine Lohnangleichung für verschiedene Berufe etc. ermöglicht. Es wird jedoch nicht möglich sein, für jeden die gleichen Statuskriterien zu schaffen. Dadurch ergibt sich, daß diejenigen, die weniger davon profitieren, frustrierter sind als diejenigen, die sich dadurch Vorteile verschaffen können. Es ist also schwer, in einer Gesellschaft eine soziale Gerechtigkeit zu schaffen.

2.

Ein weiterer Aspekt zur Verringerung der Frustration in der Unterschicht, bestünde dann, für jeden einzelnen andere Wertvorstellungen als die erwähnten Statuskriterien zu konstruieren. Diese könnten Naturverbundenheit, Religiösität, soziales Engagement, Sinn für die Familie, sozialer Kontakt usw. sein. Sie hängen von der Weltanschauung und dem individuellen Menschenbild ab.

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