4.3.1 Dahrendorfsches Haus (Weiterentwicklungsmodell)
Das vorliegende Modell ist das Resultat des Versuchs, das veraltete “Dahrendorfsche Haus” zu erneuern. Dabei wurden die entstandenen Veränderungen der Schichtung, große Verlagerungen und wertvolle, logische Veränderungen der Gesellschaft, berücksichtigt.
Ähnlich wie bei Dahrendorf wurden auch hier, bei der Erweiterung, verschiedene Gesichtspunkte zur Schichtenteilung zugrundegelegt.
Der wichtigste Punkt ist der Beruf, der einige Komponenten wie Funktion in der wirtschaftlich-gesellschaftlichen Arbeitsteilung, Qualifikation, Einkommen, Prestige und Einfluß zusammenschließt.
Das Kapital und die ethnische Zugehörigkeit ist für die Abgrenzung der Randschichten und die Anteile im Herrschaftsgefüge für die Elite von großer Bedeutung. Desweiteren spielen auch “typische Mentalitäten”, Subkulturen und Lebenschancen eine große Rolle. Die Anteile der Schichten beziehen sich auf die Erwachsenen der alten BRD (Deutsche und Ausländer ab 16 Jahren) in Prozent.
Nach dem Familienstatus werden die Personen den jeweiligen Schichten zugeordnet. In Bezug auf die Armutsgrenze ist der Anteil der Sozialhilfeberechtigten ausschlaggebend. Die für diese im Modell angegebene Einzeichnung ist sehr ungenau, denn obwohl die große Mehrheit von Un- und Angelernten und Ausländer eingenommen wird, sind auch Personen anderer Schichten, wenn auch vorübergehend, von dieser Armut betroffen.

Abb.3
Erläuterung zu dem Modell:
- Mit einem Anteil von ca. 1% werden z.B. Personen wie Bundeskanzler, Ministerpräsident, Chefredakteur einer großen Zeitung, Landes-bischof etc. als Machtelite bezeichnet, die in der obersten Schicht der Gesellschaft zu finden sind.
- Die im Dienstleistungsbereich Tätigen sind mit 28% im Modell markiert, wie z.B. Staatssekretär, Filialleiter einer Bank, Beamter des höheren, gehobenen oder mittleren Dienstes, etc..
- Selbständige, gutverdienende Personen, z.B. kleine Unternehmer, Handwerker, Rechtsanwälte, etc. sind als altbürgerlicher Mittelstand mit 7% eingezeichnet.
- In der mit 12% aufgeführten Arbeiterelite befinden sich Personen, die manuelle Tätigkeiten ausüben, aber höhere Positionen ausfüllen (Werkmeister, Vorarbeiter, Servicetechniker, etc.).
- Mit 6% sind die Bauern, die im primären Wirtschaftssektor (Ackerbau, Fischerei, Viehzucht und Forstwirtschaft) tätig sind, in dem oberen Mittelbereich angesiedelt.
- Diejenigen, die eine Berufsausbildung abgeschlossen haben und in ihren Berufen tätig sind, Facharbeiter wie z.B. Elektriker, Schlosser, Maurer etc., sind mit dem zweitgrößten Anteil, nämlich mit 19%, in der modellhaften Darstellung vertreten, wobei der Ausländeranteil bei einem Prozent liegt.
- Die ausführende Dienstleistungsschicht, die in dem unteren Drittel des Modells angesiedelt ist, nimmt eine Größe von 9% ein. Zu ihr gehören abhängig Beschäftigte, wie z.B. Taxifahrer, Verkäufer, Briefträger, Museumswärter etc.
- Knapp über der Armutsgrenze befindet sich mit 19% die Schicht der un- und angelernten Arbeiter. Der Ausländeranteil bei ihnen beträgt 4%. Sie beinhaltet Lager- und Hilfsarbeiter, die kaum Qualifikationen vorweisen müssen.
- Unter die Armutsgrenze fallen 5-6% der Bevölkerung. Hierzu gehören Sozialhilfeempfänger, Obdachlose, Ausländer und Langzeitarbeitslose.