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4.2 Klassenmodell

Durch verschiedene Revolutionen, wie z.B. die industrielle und die französische Revolution, kam es zu einer Umstrukturierung der gesellschaftlichen Verhältnisse. Diese Veränderung fand zwischen 1830/50 und dem ersten Weltkrieg statt. Da das Konzept der Ständegesellschaft anschließend nicht mehr auf die gesellschaftlichen Begebenheiten anwendbar war, mußte eine neue Eingliederungsmaske erstellt werden, in der die soziale Differenzierung der neu entstandenen Gesellschaftsform beschrieben werden konnte. Das Modell, das zur Darstellung der neu gegliederten Ungleichheit wurde, wurde Klassenmodell genannt. Die somit als Klassengesellschaft bezeichnete, neue Struktur der Gesellschaft bildet sich aus den beiden Gruppen Bourgeoisie und Proletariat. Mit Bourgeoisie wurde die Klasse der Kapitalisten, die Besitzer von Produktionsmitteln, bezeichnet. Ihr gegenüber standen die lohnabhängigen Arbeiter, das Proletariat. Das primäre Problem der Klassengesellschaft lag darin, daß die Gewinne ungleich verteilt waren. Ein Arbeiter bekam seinen Lohn, der nur ein minimaler Teil gegenüber dem Profit des Besitzers war. Die großen Kapitaldifferenzen waren die Ursache für die Spaltung der Gesellschaft in zwei Lager. Zwischen ihnen baute sich eine große Feindseligkeit auf, die sich durch Bekämpfungen noch verstärkte, zumal der Mittelstand verschwunden war. Somit standen sie sich antagonistisch gegenüber.
Das brisante Problem der Klassenkonflikte wurde um 1880 mit Reformen und Sozialpolitik behandelt, welche den Spannungen entgegenwirken sollten.

Die Erfolge der Antiantagonismusversuche zeigten sich allerdings erst in der Geschichte der BRD, wobei der Reichtumsunterschied nicht beseitigt werden konnte.
Die Frage, ob sich die heutige Bundesrepublik immer noch in das Konzept der Klassengesellschaft einfügen läßt, beschäftigt Politiker und Wissenschaftler, die sich darüber nicht einig sind.
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