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Schattenarbeit

Wenn wir eine Situation oder einen Menschen in unserem Leben ablehnen und uns innerlich in verzweifelten Kämpfen winden, leiten wie enorm viel Energie sprich einen großen Anteil unserer Aufmerksamkeit hin zu dieser Situation oder Person. Das erschöpft uns und wir haben plötzlich ein ‘Problem’. Genau das, was wir vermeiden wollten. Wer mag schon Probleme?

Empfinde ich zum Beispiel heftige Sehnsucht nach meinem Ex-Partner, den ich zu lieben glaube oder auch tatsächlich liebe, aber nicht zurück geliebt werde, oder eine Absage bekommen habe, so verstricke ich mich mit der gedanklichen Beschäftigung mit ihm und unserer gemeinsamen Vergangenheit immer tiefer in meinem eigenen Kopf und bin nicht mehr in der Realität präsent. Alles was ich bin ist bei ihm.

Das einzige wirkliche Problem das ich habe, ist dass die Realität anders ist, als sie sein ’sollte’.

Kann man mit der Realität überhaupt streiten?

Wir tun das fast auf täglicher Basis und es erscheint ganz normal. Nein das ist es nicht. Es ist ein merkwürdiges Produkt unserer hoch technisierten, voraussagbaren Welt, in der die suche nach der Wahrheit, nach dem, was wirklich ist auch nicht als etwas erstrebenswertes angesehen wird, ja als Möglichkeit noch nicht mal erschein, so sehr glauben wir daran, dass die Dinge so sein sollten, wie wir meinen, dass sie sein müssten.

Ständig denken wir an den oder die Verflossene, weil wir von ihm/ihr nicht das bekommen haben, was wir anfangs, im Überschwang der Wolke 7 glaubten, gefunden zu haben.

Häufig erscheint das ‘Problem’ auch gerade dann, wenn wir ganz ruhig und gelassen sind. Dann fangen wir wieder an hektisch uns dagegen zu wehren und uns schnell abzulenken. Irgendetwas schmerzt ganz tief im Inneren und lässt einfach nicht relaxen.

Eine wirkliche Heilung und Entwicklung kann dann beginnen, wenn wir unsere sogenannten Probleme genau anschauen und damit aufhören, zu leugnen, was in Realität ist.

Dazu ist es für viele Menschen auch notwenig, erst einmal einen Gang langsamer zu schalten und aus dem Funktionier-Stress-Modus auszusteigen, in dem sie oft schon lange Zeit existieren, ohne es zu bemerken.

In diesem Modus lassen wir von unserer Umgebung nur einen sehr kleinen Anteil in unser Bewusstsein herein, nur die Bereiche der Welt, die unser Kopf als ungefährlich einstuft.

Der gut aussehende Partner und liebe Kollegen dürfen sein, mit denen kann man sich sehen lassen und gut dastehen. Dagegen Enttäuschung oder Wunden in unserem Herzen… dieses ‘Unschöne’ wollen wir einfach nicht haben. Damit können wir uns nicht schön kleiden und zeigen.

Die Gesellschaft mag nur Schöne und Glückliche.

Wir können aber nur dann wieder neue Kraft und Lebensenergie gewinnen, wenn das sogenannte Böse, Unschöne und Schlechte auch gesehen wird und ‘da sein’ darf.

Unsere Persönlichkeit, wie wir sie tag-täglich leben, auch das Ego genannt, will sich nicht mit diesem Schatten beschäftigen. Es fühlt sich davon bedroht. Müsste es sich doch verändern oder wäre am Ende womöglich ‘überflüssig’.

Wenn wir es dennoch tun, können wir vollständig werden und in eine neue Daseinsdimension eingehen. Yin und Yang. Nicht das eine oder das andere, sondern beides.

Hier erfahren wir wieder Kreativität und Kraft.

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