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Mut zur Psychotherapie

Viele Menschen tun sich schwer, einen Psychotherapeuten aufzusuchen. Ihrer Meinung nach bedeutet der Kontakt zu einem Therapeuten, dass sie verrückt, schwerkrank oder unfähig sind, mit sich selbst klarzukommen. Tatsächlich weist die therapeutische Kontaktaufnahme daraufhin,

  • dass wir gut für uns selbst sorgen,
  • dass wir uns einen Experten zur Unterstützung suchen, ähnlich wie wir bei einem Rechtsstreit einen Anwalt kontaktieren,
  • dass wir erkennen, wann wir Hilfe brauchen.

Keinesfalls sind wir “verrückt”, wenn wir eine Psychotherapie machen. “Verrückte” erkennen nicht, dass sie “verrückt” sind. Der Psychotherapeut nimmt uns weder die Kontrolle über uns aus der Hand, noch übernimmt er die Arbeit für uns. Er analysiert zusammen mit uns unsere derzeitige Situation. Er sucht mit uns nach den Ursachen für unsere Probleme und bestimmt zusammen mit uns, welche Ziele die Therapie hat. Wir erarbeiten mit ihm, wie wir unsere Probleme lösen können, welche neuen Denk- und Verhaltensweisen wir einsetzen können. Schrittweise korrigieren wir alte selbstschädigende Verhaltensweisen und ersetzen sie durch neue und hilfreiche.

Wenn für Sie also ein Problem sehr belastend ist, wenn Sie das Gefühl haben, alleine damit nicht klarzukommen, dann haben Sie den Mut, sich an einen Psychotherapeuten zu wenden.

Es gibt unterschiedliche Therapieformen. Von den gesetzlichen Krankenkassen werden die Kosten tiefenpsychologisch fundierter Verfahren, der Psychoanalyse und der Verhaltenstherapie übernommen. Alle drei Therapieformen arbeiten mit dem gesprochenem Wort, die Veränderung erfolgt also mit Hilfe von Gesprächen. In der Verhaltenstherapie werden ergänzende Verfahren wie etwa Rollenspiele, Verhaltensübungen, Vorstellungsübungen und Entspannungsverfahren eingesetzt.

Die Ziele in der Verhaltenstherapie sind z.B.

  • Sie lernen zu verstehen, weshalb Sie sich in einer Krise befinden bzw. im Augenblick ein Problem haben.
  • Sie erarbeiten zusammen mit dem Therapeuten Strategien, wie Sie Ihr Problem lösen können.
  • Sie erhalten ganz konkrete Aufgaben, die Sie außerhalb der Therapie durchführen, um neues Verhalten zu trainieren.
  • Sie lernen, sich besser zu entspannen, eignen sich neue Einstellungen und Verhaltensmuster an.
  • Sie lernen wirksame Strategien, wie Sie sich auch nach Ende der Therapie selbst helfen können.

Anschriften kassenzugelassener Psychotherapeuten

Rolf Merkle

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