Psychosen und Neurosen 3.3.1 Phobien
ls Phobien werden Angstzustände bezeichnet, die an bestimmte Objekte oder Situationen gebunden sind, so daß der Patient durch Vermeidung dieser, dem Angstanfall zu entgehen versucht. Phobien sind gerechtfertigte Ängste vor bestimmten Gegenständen oder Situationen. Es gibt eine sehr große Anzahl von Phobien. Hierzu gehören z.B:- Astraphobie (Angst vor Blitzen)
- Nyktophobie (Angst vor der Dunkelheit oder Nacht)
- Keraunophobie (Angst vor Donner)
- Agoraphobie (Platzangst)
- Claustrophobie (Angst vor geschlossen Räumen)
- Dysmorphophobie (Angst vor der Häßlichkeit des eigenen Gesichts oder Körpers)
- Akrophobie (Höhenangst oder Höhenschwindel)
- Erythrophobie (Angst vor dem Erröten)
Desweiteren gibt es noch eine Vielzahl von Tierphobien wie beispielsweise Angst vor Spinnen oder Mäusen.
Phobien sind im übrigen gar nicht so selten, wobei es darunter einige gibt, die sich recht gut tarnen lassen.
“Wilhelm Stekel (”Nervöse Angstzustände und ihre Behandlung”, Wien 1924) führt eine ganze Reihe `prominenter Phobiker ` auf:
`Cäsar Augustus zitterte am ganzen Leibe, wenn es zu donnern begann; er flüchtete dann in die tiefsten Kellerräume seine Palastes und bedeckte, um das Rollen des Donners nicht hören zu müssen, sein Haupt mit dicken Pelzen. Erasmus konnte aus der Fassung geraten, wenn er einen Fisch sah, und Pascal gar flüchtete tausenderlei. Friedrich der Große soll gegen neue Uniformen und überhaupt gegen jedes neue Gewand einen wahren Widerwillen gehabt haben; er soll oft einer Ohnmacht nahe gewesen sein, wenn er einen neuen Rock anziehen sollte. Bernardin de Saint-Pierre, der Verfasser von `Paul und Virginie`, Newton und Paganini empfanden Furcht und ein Übelkeitsgefühl, wenn sie an Wasserbassains vorübergehen mußten. Mozart nahm Reißaus, wenn er eine Trompete oder ein Jagdhorn erklingen hörte. Schopenhauer zitterte vor einem Rasiermesser. Carlyle wagte nie einen Fuß in einen Kaufmannsladen zu setzten…´”
Behandlungsmöglichkeiten von Phobien
Eine Phobie wird als ein erlerntes Fehlverhalten begriffen. Es wird verhaltenstherapeutisch analysiert, wann und in welchem Ausmaß diese Ängste auftreten. Daraufhin bietet die Verhaltenstherapie dem Patienten ein Programm an, wie er dieses ängstliche Verhalten überwinden kann. Das heißt, der Patient soll lernen, sein sich angeeignetes Fehlverhalten zu überwinden.
Er wird in einem entsprechenden Zustand mit immer stärker werdenden beängstigenden Reizen konfrontiert, bis er durch die bestätigende und beruhigende Haltung des Therapeuten und durch die daraus neuen Erfahrungen der Angstfreiheit lernt, seine Phobie ganz zu überwinden.
Bestandteil des Referats “Psychosen und Neurosen” … zum Inhaltsverzeichnis