Machtspiele im Urlaub
Die meisten Leute mögen die folgende Situation kennen: Man fährt mit Freunden in die Berge, um dort seinen Urlaub in vollen Zügen genießen zu können und doch kommt alles ganz anders als man es im Vorhinein erwarten konnte. Unterbewusst entwickelt sich der gemeinsame Urlaub zu einer Konkurrenzsituation, in der das eine Pärchen unbedingt besser sein möchte als das andere.
So möchte man früher aufstehen als die anderen, später ins Bett gehen, mehr Alkohol trinken können und mehr Essen in sich hineinschaufeln können. Oft möchte man aber auch mehr Aushalten können, als die Mitreisenden. Dieser Aspekt drückt sich vor allem in den Momenten aus, in denen man zum Beispiel Sehenswürdigkeiten erkunden möchte oder berühmte Berge besteigen möchte. Auf einmal dreht sich unterschwellig alles um die eine Frage: Wer ist der wahre Berg Champion in dieser Personenkonstellation? Unbewusst hat jeder Teilnehmer schon seinen persönlichen Berg Favorit auserkoren, bleibt nur noch abzuwarten, ob derjenige es auch wirklich unter Beweis stellen kann oder, ob man sich gründlich geirrt hat.
Natürlich kommen solche infantilen Spielereien wahrscheinlich nur bei noch relativ jungen Menschen vor, die ihren Platz in der Gesellschaft noch gar nicht richtig gefunden haben. Sie müssen sich stets immer wieder selbst beweisen, dass sie die Besten sind- und sei es auch nur der Berg Champion im Urlaub. Den Menschen älteren Semestern ist es sogar ziemlich egal, wer nun latenter Berg Favorit ist und wer nicht. Solche Machtspielchen sind ihnen aus gutem Grunde oft einfach zu wider- haben sie doch bereits im Alltag immer wieder erhöhten Konkurrenzdruck.