Implantate aus Titan und ihre Geschichte
Die heute für einen Zahnersatz verwendeten Implantate bestehen fast ausschließlich alle aus hochreinem Titan. Titan ist insbesondere besonders gewebefreundlich, sprich biokompatibel. Wobei in den letzten Jahren auch vermehrt Keramikimplantate zum Einsatz kommen. Allergische Reaktionen auf Titan gibt es nur selten und kommen so gut wie nicht vor. Einzelfälle gibt es aber dennoch. Die Entwicklung dieses Zahnersatz ist eng mit der Nutzung des Leichtmetalls Titan verbunden. Titan ist ein Element und wurde Ende des 18. Jahrhunderts entdeckt. Reintitan konnte 1910 erzeugt werden, als die Überführung von Tetrachlortitan in Titan gelang. In den nächsten Jahrzehnten fand Titan in Form von chemischen Verbindungen und Zusatzstoffen für Legierungen Verwendung. Anfang der 1950er Jahre wurde die Industrieproduktion von schmiedbarem Titan aufgebaut, zunächst um die Luftfahrtechnik und Kernkraftenergetik mit diesem neuen Konstruktionswerkstoffen zu versorgen. Dass man Titan auch für den Einsatz im Knochen verwenden kann, darauf kam man ebenfalls bereits schon in den 1950er Jahren. Und zwar in dem Zusammenhang als festgestellt wurde, dass Titan sich biologisch neutral verhält und keine allergischen oder Fremdkörperreaktionen auslösen kann. Es stellte somit als ideales Material für das Einbringen in den Körper dar. Per-Ingvar Branemark, der eigentlich Orthopäde war, erkannte anhand eines Tierversuchs, dass sich Titan eng mit dem Knochen verbindet, so dass es nicht mehr zu entfernen war. Diese Erkenntnisse wollte er eigentlich für Versuche mit Titan in der Hüft- und Knieendoprothetik nutzen, erkannte aber dass der Kieferknochen für derartige Versuche besser geeignet war. 1965 wurde durch Branemark die erste Implantation mit einem Schraubenimplantat aus Titan bei einem Patienten durchgeführt. Titan hat eine Zertifizierung als sicheres Medizinprodukt für den Einsatz als Zahnersatz.
Sabrina Fries
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