Im Wein liegt Wahrheit
… und dass es in Wahrheit Wein ist, was in den Fässern reift, dafür bürgt die Zunft der Winzer.
Bis der Winzer jedoch einen guten Wein servieren kann oder der fertige Wein in den Handel kommt, sind viele einzelne Arbeitsschritte erforderlich. So einfach es sich auch anhört „vom Rebstock ins Glas“, so intensiv muss für einen guten Wein auch gearbeitet werden. Wenn man sich eine oder mehrere Flaschen Wein entweder direkt beim Winzer kauft, bei einem Weinhändler oder beispielsweise über den Weinhandel Köln bezieht, denkt man höchstens darüber nach, wie einem der Wein wohl schmecken wird. An die Arbeit die dahinter steckt, wird beim Kauf wohl niemand denken.
Das beginnt schon mal mit der Arbeit in den Weinbergen. Der Winzer muss die Rebstöcke gut beobachten um feststellen zu können, ob sie gut wachsen und sich richtig entwickeln. Sollten sich Anzeichen von Ungezieferbefall oder Krankheiten zeigen muss der Winzer sofort entsprechende Gegenmaßnahmen treffen um nicht einen totalen Ernteausfall zu riskieren.
Die Ernte bzw. Weinlese, die ab September beginnt, ist auch nicht gerade ein Spaziergang. An Weinbergen die eine Steillage haben, d. h. eine Steigung von mehr als 30 %, sind zur Ernte keine Maschinen einsetzbar. Die Weinlese ist hier reine Handarbeit und aufgrund mancher Örtlichkeiten - wie z. B. an Steilhängen oder auf engen Terrassen - recht mühsam. Und es wäre schon mehr als ärgerlich, wenn jemand bereits einen großen Korb voll Trauben geerntet hat die dann aus Unachtsamkeit den ganzen Hang hinunter kullern würden. Da müssen sich die Winzer schon was einfallen lassen, um die geernteten Trauben dann auch ohne größeren Verlust zur Weiterverarbeitung ins Weingut zu schaffen. Hier beginnt dann die Weiterverarbeitung erstmal damit, dass die Trauben von den Blättern und Stielen befreit werden. Das nennt man „abbeeren“ oder „entrappen“, die Ausdrücke hierfür sind regional verschieden. Bis hierher sind die Arbeiten für weiße oder rote bzw. blaue Trauben völlig gleich.
Handelt es sich jetzt z. B. um rote oder blaue Trauben, aus denen ein Rotwein werden soll, muss der Winzer sich nun für eine Art der Weiterverarbeitung entscheiden. Als traditionelle Methode die bei Rotwein am häufigsten eingesetzt wird, gilt die Maischegärung. Hierbei werden die Rotweintrauben gemahlen, also „eingemaischt“. Der so gewonnene rosagraue Brei ist die „Maische“. Diese wird auf ca. 25 Grad erwärmt, wodurch dann der Gärprozess einsetzt.
Dann spielen noch der Reifeprozess, die Lagerung und die Abfüllung in die traditionellen Flaschen eine wichtige Rolle, bis es so weit ist, dass man den Wein richtig genießen kann.
Barbara Adams