Hyaluronsäure - Faltenunterspritzung
Bei der Faltenunterspritzung ist die Hyaluronsäure das Mittel der Wahl.
Die Glykosaminoglykane
Die Glykosaminoglykane nehmen in der Extrazellulären Matrix den größten Raum ein. Diese Zuckerketten bestehen immer aus sich wiederholenden Disaccharideinheiten.
- Der erste Zucker eines Glykosaminoglykans ist immer ein Aminozucker („Aminoglykane“).
- Der zweite Zucker ist ein Uronsäure.
Der Aminozucker ist entweder N-Acetyl-Glukosamin oder N-Acetyl-Galaktosamin. Außerdem hat er immer eine Sulfat- Gruppe gebunden (Ausnahme: Hyaluronsäure).
Die Uronsäure ist entweder die Glukuronsäure oder die Iduronsäure und sie liegt immer carboxyliert vor.
Sowohl die Sulfat- als auch die Carboxyl- Gruppe sind negativ geladen, weshalb die Glykosaminoglykane insgesamt stark negativ geladen sind. Außerdem wirken sie als elektrischer Dipol und binden daher sehr stark Wasser an sich.
Aufgrund ihrer chemischen Beschaffenheit kann man die Glykosaminoglykane in vier Hauptgruppen unterteilen.
1. Hyaluronsäure - wird bei der Faltenunterspritung verwendet
2. Chondroitinsulfat
3. Keratansulfat
4. Heparansulfat
Schon an den Namen erkennt man, dass die Hyaluronsäure kein Sulfat enthält. Eine weitere Besonderheit ist, dass das sie nicht an einen Proteinkern gebunden vorliegt wie alle anderen Glykosaminoglykane. Die Hyaluronsäure ist daher einfach ein Glykan, die anderen Glykosaminoglykane bezeichnet man zusammen mit ihren Proteinen als Proteoglykane.
Im Extrazellulärraum können die Glykosaminoglykane Gele bilden, da sie durch ihren hohen Anteil an negativer Ladung eine Wolke osmotisch aktiver Kationen (Na+) anziehen, die wiederum eine große Menge Wasser mit sich ziehen. Dadurch entsteht ein Wasserpolster, das als mechanische Stütze und als Stoßdämpfer (vor allem im Knorpelgewebe) dient. Außerdem wird durch die große Wasseransammlung ein Medium geschaffen, in dem eine schnelle Diffusion wasserlöslicher Stoffe möglich ist.
Anderseits bilden sie durch Verzahnung untereinander und Wechselwirkungen mit Kollagenfibrillen Poren mit unterschiedlichen Ladungen, so dass sie eine Art Filterfunktion ausüben können. Beispiel: Heparansulfathaltiges Proteoglykan in der Niere.