Holzspielzeug: Was ist aus dem ehemaligen Verkaufsschlager geworden?
In den 70er Jahren war es der absolute Renner in den Spielzeugläden der Republik: Das Holzspielzeug. Es war pädagogisch wertvoll, von hoher Qualität und kam zumeist aus Skandinavien und nicht aus irgendeinem Billiglohnland, wo Fabrikbesitzer ihre Arbeiter gnadenlos ausbeuteten. Eine Zeitlang war es dermaßen beliebt, dass es im Branchenbuch einen eigenen Eintrag hatte!
Und heute? Nun, Holzspielzeug wird natürlich immer noch gekauft, ist jedoch bei weitem nicht mehr so beliebt wie damals. Die Gründe dafür sind mannigfaltig. An erster Stelle ist sicherlich der geringere Bewusstseinsgrad der heutigen Elterngeneration zu nennen, sowohl was das politisch-gesellschaftliche Interesse, als auch das Interesse an den eigenen Kindern anbelangt. Ob das Spielzeug, das man dem Nachwuchs kauft, in irgendeinem Sweatshop in China oder aber in Schweden, wo die Löhne hoch und die Sozialleistungen hervorragend sind, produziert wurde, interessiert heute nur noch die wenigsten. Und überhaupt: Ist doch gar nicht so wichtig, was die lieben Kleinen machen und mit was für Spielzeug sie sich beschäftigen: Hauptsache, sie sind ruhig und stören Mammi und Pappi nicht bei der Doku-Soap oder der Championsleague.
Ein weiterer Grund ist die gesunkene Kaufkraft vieler Menschen. Angesichts der hohen Arbeitslosigkeit ist es nicht verwunderlich, dass viele Eltern einfach nicht über die finanziellen Mittel verfügen, das hervorragende, aber eben leider auch vergleichsweise hochpreisige Holzspielzeug zu kaufen. Und schließlich muss man auch das geänderte Spielverhalten der Kinder sehen. Holzspielzeug fordert ihre Kreativität heraus; viel lieber lassen sie sich von Computerspielen, bei denen sie nur noch auf ein paar Knöpfe drücken müssen, unterhalten. Schade! Bleibt zu hoffen, dass es irgendwann wieder einen Eintrag Holzspielzeug im Branchenbuch geben wird.