Heilpraktiker - Heilpraktikerin Psychotherapie - Prüfung
Prüfung zur Heilpraktikerin Psychotherapie in Minden im Herbst 2006
In unseren Vorbereitungskursen zum Heilpraktiker Psychotherapie wird immer wieder deutlich, wie wichtig Prüfungsprotokolle sind, um einen Eindruck von der Art der Fragen des Amtsarztes zu erhalten. Daher sind solche Protokolle eine Fundgrube für zukünftige Heilpraktiker Psychotherapie, die sich gezielt auf die Überprüfung beim Gesundheitsamt vorbereiten wollen.
Aus diesem Grund wird hier ein Prüfungsprotokoll der mündlichen Überprüfung zum Heilpraktiker für Psychotherapie des Gesundheitsamtes Minden vorgestellt.
„Ich wurde ein viertel Stund eher hereingebeten, das Prüfungskomitee bestand aus einem Amtsarzt, einem Psychiater und zwei Heilpraktikerinnen (Psychotherapie). Sie waren alle sehr freundlich und aufmunternd, mir wurde Kaffee, Saft und Mineralwasser angeboten, der Gesamteindruck war beste Voraussetzung für meinen zweiten Versuch, die Erlaubnis zu bekommen. Es ging recht zügig los. Hier also die Fragen soweit ich sie erinnere:
- Was gehört zu einem kompletten psychopathologischen Befund?
- Sie nannten die Bewusstseinsstörungen, welche gibt es?
- Welche inhaltlichen Denkstörungen können auftreten?
- Welche Wahrnehmungsstörungen kennen Sie, wann können sie vorkommen?
- Welche Formen der Schizophrenie kennen Sie, Leitsymptome?
- Wie wird die Schizophrenie behandelt (medikamentös und nichtmedikamentös)?
- Nennen Sie die Kriterien für Abhängigkeit nach der ICD 10?
- Welche Nebenwirkungen der Antidepressiva gibt es?
- Wer kann gegen seinen Willen in die psychiatrische Klinik eingewiesen werden?
- Womit muss man rechnen, wenn ein Patient mit einem klassischen Neuroleptikum behandelt wird?
- Wonach richtet sich die Behandlung der Depression?
- Welche nichtmedikamentösen Therapieformen sind für die leichte Depression geeignet?
- Welche Therapieformen kennen Sie?
- Was verstehen Sie unter Körpertherapie?
- Fall: Eine Mutter kommt mit ihrer 16-jährigen Tochter, die sie sehr überreden musste mitzukommen, zu Ihnen. Die Tochter seie in letzter Zeit verändert, in sich gekehrt und verschlossen. Die Mutter habe Angst, da es in der Familie (die Schwester der Mutter) die Diagnose schwere Depression gäbe, dass es die Tochter jetzt auch haben könnte. Das Mädchen wiegt bei einer Größe von 1,76 nur 49 kg.
Wichtig war hier die Differenzialdiagnostik (MKF, Drogenmissbrauch, affektive Störung, Anorexie)sowie die entsprechend unterschiedliche Weiterempfehlung an qualifiziertere Stellen (Internist, Beratungsstelle für Suchterkrankungen, Psychiater, Beratungsstelle für Essgestörte Jugendliche)- Ein 55-jähriger Mann, auf den 2. Blick etwas ungepflegt, mit hochrotem Kopf und sehr erregt, kommt zu Ihnen und berichtet: Seine Frau ginge seit einiger Zeit fremd. Die beiden planen, Ihn umzubringen. Wie gehen Sie vor, welche Diagnose stellen Sie?
Wieder war die ganze Palette der Differenzialdiagnostik mit Erklärung, was alles vorliegen könnte von Bedeutung, als auch das Erfragen der bisherigen Lebensumstände, letztlich kam ich auf die paranoide Persönlichkeitsstörung. Kein Fall für mich…“
Wichtig für zukünftige Prüflinge ist eine genaue Vorbereitung auf die Überprüfung zum Heilpraktiker für Psychotherapie. Dazu hilft es, die oben stehenden Fragen auszuarbeiten und die Antworten so lange zu verbessern, bis eine präzise und strukturierte Antwort möglich ist.
Autor: Diplom Psychologe Norman Ehlert Vorbereitungskurse zum Heilpraktiker Psychotherapie bundesweit