Hanf als Rohstoff
Hanf (botanisch wird auch von Cannabis sativa L. gesprochen) ist eine der ältesten Kultur- und Nutzpflanzen der Welt. In China wurde Hanf schon vor mindestens 10.000 Jahren genutzt. „Ma“, wie die Chinesen die Hanfpflanze nannten, lieferte ihnen nicht nur wohlschmeckende und nahrhafte Samen (die botanisch betrachtet eigentlich Nüsse sind), auch die Stängel mit ihren besonders langen und nahezu unverwüstlichen Fasern wusste man schon früh zu schätzen. Bereits im Shen nung pen Ts’ao king, einem vermutlich ungefähr zu Beginn unserer Zeitrechnung verfassten chinesischen medizinischen Text, beschreibt der Schreiber, wie Hanf als Heilmittel gegen Malaria, Rheuma und viele andere Unpässlichkeiten eingesetzt werden kann.
Weil aus den Blüten der Hanfpflanze Haschisch und Marihuana gewonnen werden können, wurde die Nutzpflanze in vielen Ländern dieser Welt verboten. So auch in Deutschland, wenngleich dieser Fehler erst 1982 gemacht wurde. Damals gab es in Deutschland noch einen Landwirt der Hanf anbaute. Dieser Landwirt baute die Nutzpflanze an, um das den aus den Stängeln der Pflanze gewonnenen Schäben, Türen zu produzieren. Aufgrund des Anbauverbotes kam Hanf nur noch in wenigen Anwendungen zum Einsatz. Die bekannteste Einsatzform waren sicher die nackten Hanffasern, die die Heizungsbauer zum reparieren undichter Rohre verwenden. Ansonsten kamen Hanffasern nur noch dort zum Einsatz, wo dieser seine Qualitäten voll ausspielen konnte. In Teebeuteln, Zigarettenpapieren und Geldscheinen. Hier werden Fasern von höchster Qualität benötigt. Dieses Kriterium erfüllen die Hanffasern wie keine anderen.
Seit 1996 darf auch in Deutschland wieder Hanf angebaut werden. Seitdem ist die Palette der Einsatzmöglichkeiten für die Hanfpflanze stark angestiegen. Heute werden Dämmstoffe, Papier, Faserverbundwerkstoffe und vieles andere aus Hanf hergestellt.
Klaus-Martin Meyer
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