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Haarige Angelegenheiten

Rasierklingen sind teuer, Rasieren macht keinen Spaß. Bei vielen Frauen rötet sich die Haut. Es entstehen kleine Pickelchen. Immer wieder kommt es vor, dass sich Frau mit der Rasierklinge schneidet. Dennoch geht sie regelmäßig in die Drogerie. Dort will sie sich neue Rasierklingen kaufen und weiß schon vorher, dass sie schlucken wird, wenn sie den Preis auf der Quittung sieht. Doch warum macht sie das dann?
Ganz einfach, weil glatte Haut in der heutigen Gesellschaft selbstverständlich ist. Haare an den Beinen oder unter den Achseln stehen für mangelnde Körperpflege und werden mit Schwitzen und Stinken in Verbindung gebracht. Wer sich nicht rasiert, wird schnell in die Öko-Schublade gesteckt. Wer etwas auf sich hält, hat keine Körperbehaarung. Dass die Haare nicht umsonst am Körper sind, wird vollkommen ausgeblendet. Die Haare an den Achseln zum Beispiel helfen bei der Temperaturregelung, indem sie eine größere Oberfläche bilden und dem Körper so dabei helfen, den Schweiß loszuwerden. Behaarung im Schambereich hat eine Schutzfunktion. Außerdem verstärken Haare die Sensibilität der Haut. Wird eine Körperstelle berührt, wird der Reiz an das Gehirn weitergeleitet. Besonders an den erogenen Zonen löst das eine starke Reaktion aus. Werden nun auch noch die Haare berührt, wird der Reiz wegen der größeren Oberfläche um ein vielfaches erhöht.
Natürlich sind das alles keine lebenswichtigen Funktionen. Jeder kann selbst entscheiden, ob und an welchen Stellen er sich rasiert. Dennoch wäre etwas mehr Toleranz gegenüber Andersdenkenden beziehungsweise Andershandelnden gefragt. Haare sind eben kein Zeichen für mangelnde Hygiene, sondern eine bewusste Entscheidung, die jeder selber treffen kann.

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