5.1.1 Sigmund Freud – Die allgemeine Theorie der menschlichen Psyche – Der Traum – Referat
Bevor man die Theorien von Freud verstehen kann, muß man einen kurzen Ausschnitt seiner allgemeinen Theorie über den Aufbau der menschlichen Psyche darstellen. Das topographische Modell, welches Freud entwickelte, wurde zur Grundlage seiner Theorie vom Aufbau der menschlichen Psyche, sowohl im wachen Zustand als auch im Schlaf. Folgende drei Systeme bilden dieses topographische Modell: Das Bewußte, das Vorbewußte und das Unbewußte. Das Vorbewußte und das Bewußte sind eng miteinander verknüpft. Jeder Gedanke und jedes Gefühl, das in das Bewußtsein tritt, war unmittelbar vorher, eben noch Vorbewußt und wird es früher oder später auch wieder sein.(46,47)
Vorbewußtes wird auch als „bewußtseinsfähig“ bezeichnet. Man kann Gedanken, die im Moment entfallen waren, durch Willensanstrengung ins Bewußtsein rufen. So weiß man z.B. nicht unbedingt sofort, was man am letzten Wochenende unternommen hat, doch durch kurzes Nachdenken kann man es ins Bewußtsein zurückholen. Die Inhalte des Unbewußten, also Erlebnisse, Gefühle, Wünsche, die beschämend, beängstigt oder bedrohlich sind, und deshalb verdrängt wurden, sind solcher Willensanstrengung nicht zugänglich. Der Zensor steht dazwischen. Er bildet quasi eine selektive Schranke, die verhindert, daß Verdrängtes ungehindert ins Bewußtsein vordringen kann.
Nach dem topographischen Modell entwickelte Freud ein zweites Modell da ihm klar wurde, daß das topographische Modell nicht alle Erscheinungen der menschlichen Seele erklären kann. Dieses zweite Modell besteht aus drei psychischen Instanzen: dem Es, dem Ich und dem Über-Ich.
Das Es ist die Bezeichnung für das Unterbewusste. Es beinhaltet alles Ererbte, unsere primitiven Motive, die triebhaften Grundbedürfnisse, Sexualität und Aggressionen.
Das Ich ist die Instanz mit den bewussten Funktionen wie Wahrnehmung, Erinnerung, Denken, Planen und Lernen, sowie mit den unbewußten Ich–Funktionen, den Abwehrmechanismen, die dazu helfen, zwischen den verschiedenen Erfordernissen der Aussenwelt, den Triebwünschen des Es und den moralischen Forderungen des Über–Ich zu vermitteln.
Das Über–Ich ist derjenige Teil, der moralische und sittliche Gebote und Verbote, Wertvorstellungen und gesellschaftliche Normen enthält. Im Über–Ich werden sowohl unbewusste, vorbewusste als auch bewusste Vorgänge angenommen. Wie ein Zensor wehrt es alle Triebregungen des Es ab.(48,49)
(46) vgl. Koppel, Glenn T. (1992). „Träumen und Traumdeutung“ (2. Auflage): S.37 ff
(47) vgl. Cokhead, Daavid u.A. (1990). „Träume – eine Bilddokumentation“ (Auflage) Frankfurt am Main: Umschau Verlag, S. 20 ff
(48) vgl. Koppel, Glenn T. (1992). „Träumen und Traumdeutung“ (2. Auflage): S.37 ff
(49) vgl. Cokhead, Daavid u.A. (1990). „Träume – eine Bilddokumentation“ (Auflage) Frankfurt am Main: Umschau Verlag, S. 20 ff
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