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Die Steine von Mosedis

Das Herz sicherlich jedes Geologen wird höher schlagen, wenn er in seinem Urlaub Litauen den Nordwesten des Landes und speziell den kleinen Ort Mosedis besucht. Doch auch die Nichtgeologen unter den Urlaubern werden ins Staunen und Schwärmen kommen, wenn sie den gerade mal 1.200 Einwohner zählenden Ort bereisen.

Dieser kleine Ort kann mit einem außergewöhnlichen Museum beeindrucken – dem Museum der Steine.

Während der letzten Eiszeit wurden von den Gletschern die Gesteinsmassen hierher befördert. Die Bauern, die Landwirtschaft und Ackerbau betreiben wollten, hatten es schwer, so einen steinigen Boden zu bearbeiten und Erträge daraus zu erwirtschaften. Sie nannten diese Steine „Teufelssamen“, weil aus ihnen ja nichts erwuchs und sie die Bestellung ihrer Felder und die Ernte so unnötig schwer machten.

Aber, wie so oft im Leben ist es auch hier so gewesen, dass dem Einen eine Sache so gar nicht behagt, dem Anderen dafür umso besser gefällt.

Da gab es den Landarzt Dr. Intas. Der war begeistert von den Steinen. Es gab unendlich viele Formen, Farben, Größen und Strukturen bei den Steinen. So beschloss er, vor seinem Haus einen Steingarten anzulegen, um sich der Faszination der Steine hingeben zu können. Einige Leute aus dem Dorf ließen sich, ebenso wie der Arzt, von der Schönheit und Formenvielfalt der Steine beeindrucken und sammelten auch diverse Gesteinsbrocken bzw. –bröckchen.

Irgendwann entstand aus dieser Sammelleidenschaft das Museum der Steine. Heute kann man mehr als 5.000 Findlinge und Steine besichtigen. In der riesigen Parkanlage um die Wassermühle finden wir eine Auswahl von großen Steinen. Die größten Felstücken wiegen ca. 10 Tonnen. Alle Steine sind in die Landschaft so integriert, dass es ein harmonisches Bild ergibt.

In der Mühle kann man sich über die Entstehungsgeschichte dieser Steinbrocken seit der Eiszeit in einer Ausstellung informieren.

Übrigens: Der Ort Mosedis liegt etwa 50 Kilometer nördlich der litauischen Hafenstadt Klaipeda. Viele Urlauber kommen mit der Fähre nach Klaipeda in Litauen an. Als weiterer Ausflugstipp ist die Kurische Nehrung zu empfehlen.

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