Der Aktienclub
Ein Aktienclub ist eine Vereinigung privater, natürlicher Personen die alle dasselbe Ziel verfolgen, Profit. Aktienclubs funktionieren alle nach demselben Prinzip: Die Mitglieder zahlen alle einen Beitrag auf ein gemeinsames Depot und dann werden mit diesem Geld Aktien und ggf. auch andere Wertpapiere gekauft.
Grundsätzlich verfolgt der Aktienclub hierbei nicht das Ziel Stimmrechte bei Hauptversammlungen auszuüben, es geht bei den Käufen ausschließlich um das Ziel der Geldvermehrung. Im Gegensatz zu einem Investmentfonds lebt ein Aktienclub von dem Engagement seiner Mitglieder, d.h. dass die Mitglieder die Anlageentscheidungen meist zusammen treffen. Besonders bei privaten Aktienclubs ist es oftmals so, dass es regelrecht gefordert wird dass die Mitglieder sich in diesem Sinne engagieren, passive Mitglieder sind hier oftmals nicht erwünscht.
Es gibt allerdings auch große, überregionale Aktienclubs die eher mit einem Investmentfonds vergleichbar sind. Hier gibt es in der Regel auch zahlreiche passive Mitglieder, also Menschen die nur ihr Kapital zur Verfügung stellen und dann auf die Vermehrung dieses Kapitals hoffen. Die Gewinne des Clubs werden bei beiden Varianten auf die Mitglieder aufgeteilt, bei den großen Clubs kann es aber zu Unterscheidungen zwischen den Mitgliedern kommen. Oft bekommen hier Mitglieder die aktiv die Anlagegeschicke mit beeinflussen einen höheren Anteil als alleine Mitglieder die nur passiv ihre Gelder zur Verfügung stellen.
Warum aber legen die Anleger ihr Geld nicht selber an, sondern organisieren sich in einem Aktienclub?
Ein ganz wichtiger Grund, im Unterschied zur privaten Anlage, ist die Risikostreuung, denn auch wenn man alleine evtl. nicht die Mittel hat, mehrere Positionen zwecks Risikominderung zu halten, dann hat man in der Gemeinschaft ja wesentlich mehr Geld zur Verfügung. Wichtig ist ferner auch, dass es bei gewissen Anlageformen sehr hohe Mindestanlagebeträge gibt. Auch hier hilft es, wenn mehrere Anleger sich zusammentun, denn so können auch normal-vermögende Menschen diese Mindestanlagesummen erreichen.
Ein weiterer wichtiger Punkt der für Investmentclubs spricht ist die Gebührenoptimierung. Die Gebühren für den Kauf oder Verkauf von Wertpapieren sind nämlich in der Regel degressiv, d.h. wenn man mehr Geld anlegt, sinken die Gebühren, zwar nicht im absoluten Wert, jedoch im prozentual zur Sparrate stehenden Anteil.
Rechtlich werden Investmentclubs meist als GbR (Gesellschaft bürgerlichen Rechts) geführt. Bis zu einer Grenze von 50 Gesellschaftern und einem Vermögen von einer halben Million Euro ist der Investmentclub auch keiner Aufsichtspflicht unterlegen. Wenn diese Grenze jedoch überschritten wird, und sei es nur um einen Euro, dann sieht das deutsche Gesetz eine Zulassung des Aktienclubs als Finanzdienstleister vor. Diese Zulassung ist über die BaFin, das Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht, zu beantragen. Außerdem muss der Investmentclub in diesem Fall einen Verkaufsprospekt veröffentlichen.
Thomas A. Mücke