Datenrettung von Raid-Systemen
Grundsätzliche Informationen zur Datenrettung von Raid-Systemen:
Die Datenrettung von Raid-Systemen unterscheidet sich von der herkömmlichen Datenrettung insbesondere durch die Komplexität des Fehler-Spektrums. Ist eine einzelne Festplatte defekt, so können dafür insbesondere logische, technische, mechanische oder elektronische Fehler verantwortliche sein. Da ein Raid-System aus mehreren Festplatten besteht, addieren sich die Möglichkeiten für den Datenverlust. Nicht selten sind auch mehrere simultan auftretende Defekte der Grund für den plötzlichen Datenverlust.
Was sollte beachtet werden ?
Da Raid-Systeme vor allem im kommerziellen Bereich - also bei Providern, (Internet-)Agenturen, bei mittelständischen Firmen und Konzernen - im Einsatz sind, sind die verlorenen Daten in über 99 Prozent der Fälle von elementarer Bedeutung für den reibungslosen Ablauf des alltäglichen Geschäftsbetriebs.
Im Falle eines Datenverlusts sollte daher darauf verzichtet werden, durch semi-professionelle Versuche an die Daten zu gelangen. Diese Selbstrettungs-Versucht sind zwar im privaten Bereich gang und gäbe - im kommerziellen Bereich haben sie aber nichts verloren.
Selbstrettungsversuche führen aufgrund der fehlenden Fachkompetenz oder aufgrund der nicht vorhandenen professionellen Software- und Hardware-Ausstattung immer wieder zum Komplettverlust der Daten. Dies gilt insbesondere auch für nachträglich aufgespielte Datenrettungssoftware.
Es steht also außer Frage, dass die Datenrettung im kommerziellen Bereich durch ein darauf spezialisiertes Unternehmen realisiert werden sollte.
Beachten Sie folgende Tipps, damit die Datenwiederherstellung durch ein Datenrettungslabor schnell und unkompliziert durchgeführt werden kann:
1.) Nehmen Sie das gesamte Raid-System vom Netz.
2.) Lagern Sie das System in einem sicheren Ort an dem das System vor äußeren Einflüssen
(Schläge, Stürze, Staub, Wasser, direkte Sonneneinstrahlung etc.) geschützt ist. Achten Sie dabei unbedingt darauf, dass das System in einem antistatischen Beutel verpackt wird um weitere Schäden durch elektrostatische Aufladung zu vermeiden.3.) Kontaktieren Sie das Datenrettungslabor Ihrer Wahl und holen Sie ggf. fallspezifische
Informationen für die weitere Vorgehensweise bei der Raid-Datenrettung ein.4.) Verpacken Sie das isolierte System komplett (!) mit mehreren Verpackungsschichten
in einem großen Karton.5.) Lassen Sie das System durch eine Spedition oder einen Kurier abholen. Meist wird dies sogar direkt vom Datenrettungslabor organisiert. Achten Sie darauf, dass der Abholer für diesen Service autorisiert ist um den Zugriff Dritter zu vermeiden.
6.) Je nach Datenrettungslabor wird nun eine kostenlose oder eine kostenpflichtige Analyse
des Systems durchgeführt. Lassen Sie sich unbedingt die Chancen für eine komplette Wiederherstellung sowie einen Kostenvoranschlag oder ggf. einen Festpreis nennen.7.) Die Datenrettung erfolgt zu den vereinbarten Konditionen.
8.) Alle geretteten Daten werden (je nach Anbieter) auf neuen Festplatten gespeichert und das Raid-System wieder funktionsfähig gemacht. In besonderen Fällen kann es auch vorkommen, dass ein neues Raid-System mit den wiederhergestellten Daten zum Einsatz kommt.
9.) Schlussendlich erfolgt die Abholung vor Ort im Datenrettungslabor oder - je nach Vereinbarung - die Rücksendung per Post oder Kurier.
Wie teuer ist die Raid-Datenrettung ?
Die Preise für die Raid Datenrettung variieren von Anbieter zu Anbieter - bei gleichem Resultat - massiv.
Es kann vorkommen, dass die Wiederherstellung beim einen Labor nur ca. 1500 Euro kostet - beim anderen Labor aber weit über 10.000 Euro. Sofern Sie die Möglichkeit haben, unterschiedliche Angebote einzuholen, so ist dies empfehlenswert.
Bitte beachten Sie, dass die Versicherung des Raid-Herstellers normalerweise keine Haftung für einen Datenverlust übernimmt.
Es kann aber (je nach Hersteller) auch der Fall eintreten, dass die Versicherung die gesamten Kosten der Datenrettung trägt; da Sie dadurch ggf. an den “Haus-Datenretter” des Herstellers gebunden sind, aber mehrere 1000 Euro sparen können, sollte dies vor Beauftragung eines Datenrettungslabors mit dem Hersteller abgeklärt werden.
Manuel Fuchs