Das süße Gefühl des Verliebens
Verliebt sein – das ist vielleicht das schönste Gefühl, zu dem Menschen imstande sind. Tausende Liebesbriefe berichten von dem Rasen der Herzen, dem nicht abschwellenden Kribbeln im Bauch, den Tränen der Freude, dem Strahlen der Sonne und der Unbeschwertheit des Seins. Kein anderer Zeitpunkt beflügelt den Menschen so sehr, wie der des absoluten Hingezogen-Seins, des Verzehrens und Begehrens. Die Momente, die einen in die Arme des anderen sehnen lassen. Der Kopf ist gleichzeitig leer und überfüllt. Nichts anderes darf sich zu den Gedanken gesellen, als Bilder von der geliebten Person. Keine anderen Stimmen werden gehört, als die, die die Vollkommenheit der oder des Auserwählten preisen.
So scheinen Verliebte ein wenig über der Welt zu schweben. Sie stehen ein kleines Stückchen über allen Dingen. Letztendlich ist für Sie nur eines von Bedeutung und nichts kann sie davon abbringen: Das tolle Gefühl, jemand ganz besonderen kennengelernt zu haben. Da kann der Chef noch so nerven, die Schlange vor der Kinokasse noch so lang sein.
Träume sind überflüssig in dieser Zeit, das ganze Leben gleicht schließlich einem Traum. Wieso darf das Glück so lange bei einem bleiben? Wer hat dem Glück erlaubt, so lange an diesem Ort zu verweilen und das Leben so stark in eine glückliche Richtung zu lenken.
Nichts ist bedeutender für Verliebte als die Liebe, die empfangen wird und die, die verschenkt werden darf.
Bitter-Süß ist das Verliebtsein, wenn der Angebetene noch nichts von seinem oder ihrem Glück weiß, oder die Liebe nicht erwidert. Da hilft nur eines: Träumen und wieder in den Gedanken versinken. Vielleicht ist irgendwann das Ende der Träume da: Die Hochzeit…
Christoff Berlage
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