Das Sparverhalten der Deutschen
In kaum einem anderen Land ist die Sparquote so hoch wie in Deutschland. Leider ist auch kaum irgendwo anders die Zahl der Sparer so hoch, die für unnötige Sicherheit bei der Geldanlage auf die wichtigsten Instrumente zur Renditesteigerung verzichten und sich so letzten Endes selbst um einen angemessenen Wertzuwachs bringen. Dabei ist die Mehrzahl aller Sparer mit dem eigenen Anlageverhalten unzufrieden, wie Umfragen mit schönster Regelmäßigkeit ergeben. Doch woran liegt das? In erster Linie investieren immer noch viel zu viele Menschen in Sparbücher, Bausparverträge oder Lebensversicherungen, weil ihnen diese Produkte von Banken, Sparkassen und Beratern als Geldanlage empfohlen wurden. Das ein Sparbuch kaum mehr Zinsen bringt, als die jährliche Inflation ausmacht und so niemals zu einem realen Wertzuwachs führen kann, ist dabei nur den wenigsten bewusst. Ein sehr seltsamer Umstand wenn man bedenkt, dass es schlussendlich um das eigene Geld geht. Bei den Lebensversicherungen sieht es kaum anders aus: Renditen von mehr als 5% pro Jahr sind damit kaum zu erzielen und damit eignen auch sie sich nicht als vernünftige Kapitalanlage. Dabei gehört es doch zu den Grundlagen einer jeden Strategie, dass zum langfristigen Geldaufbau – egal zu welchem Zweck – eine gewisse Rendite erforderlich ist. Trotzdem haben rund 70% aller Deutschen eines der bereits beschriebenen Produkte zum Zweck der Geldanlage und erzielen so im Jahresdurchschnitt eine Rendite von ca. 4%. Nach Abzug der Inflation bleibt also eine reale Wertentwicklung von um die 2% übrig. Dass man damit keinen richtigen Vermögensaufbau betreiben kann, sollte jedem Anleger klar sein. Die Wahl der richtigen Anlagestrategie aus renditestarken Anlageformen in Verbindung mit sicheren aber zinsstarken Basisinvestments ist hier ein wesentlicher Punkt zum Erfolg. Wer als Sparer im Zuge einer solide durchdachten Anlagestrategie nur einen Teil seines Geldes in gut gemanagte Aktienfonds oder Immobilienfonds steckt, kann damit ohne große Erhöhung des Gesamtrisikos die erzielbare Rendite beträchtlich erhöhen. Selbst als sicherheitsorientierter Anleger kann man mit einer Mischung aus sicheren Rentenfonds, Aktienfonds und Immobilienfonds ein renditestarkes und trotzdem ausgeglichenes Portfolio aufbauen und so richtigen Vermögensaufbau betreiben. Doch bis sich diese Erkenntnis in den Köpfen der Deutschen festsetzen wird, werden wohl noch einige Jahre vergehen, in dem vor allem Banken und Versicherungen am Geld der Sparer verdienen.
Daniel Franke