Computer – Forensik – Vorsicht: Sherlock kann jetzt IT!
Denkt man an Detektive und andere Privatermittler, so hat man meist ewig gleiche Bilder im Kopf: vielleicht vom berühmten Sherlock Holmes mit Lupe vor dem Auge, von Menschen auf der Suche nach Fingerabdrücken. Und man vergisst dabei, dass die Zeiten andere geworden sind und dass auch die Instrumente von Ermittlern anders wurden: Schließlich entstehen durch den Fortschritt auch neue Straftaten. Im Bereich der Wirtschaftskriminalität spielt heute etwa der Computer, spielen digitale Daten eine große Rolle, sodass auch eine neue Disziplin der Ermittlung immer mehr in den Mittelpunkt des Interesses rückt: die Computer-Forensik, bei der die Spürnasen oftmals umfangreiches IT-Wissen mitbringen.
Was bedeutet Forensik?
Der Begriff Forensik steht für die Aufklärung von Straftaten, etwa durch Spurensuche. Auch die Computer-Forensik sucht nach Spuren, allerdings nach ganz speziellen, die man mitunter in Daten verarbeitenden Systemen findet: etwa in Computern, elektronischen Kassen- und Schließsystemen, in PDAs und Laptops. Es sind Spuren, die eventuell beim Zugriff auf Daten entstehen oder die bei empfangenen Mails Hinweise auf den Absender geben, auch wenn dieser Absender sich als Verschicker von Viren vielleicht verbergen möchte. Die Computer Forensik kommt etwa bei Fällen von Wirtschaftsspionage, Datendiebstahl oder Erpressung mit Hilfe gestohlener Daten zum Einsatz, aber auch bei der Suche nach dem Versender gefährlicher Computerviren oder von Spionageprogrammen.
Diskret und (oftmals) erfolgreich
Weil diese Kombination von Eigenschaften oftmals prägend für die Arbeit privater Ermittler in der Computer Forensik ist, setzen vor allem Entscheider aus der Wirtschaft auf deren Dienste. Viele der Privatermittler sind ausgezeichnete IT-Experten. Sie wurden kriminalistisch meist bestens geschult; einige von ihnen haben vor ihrer Arbeit als Privatermittler für staatliche Institutionen wie das Bundeskriminalamt gearbeitet. Zu den wichtigsten Aufgaben der Ermittler gehört die Beweissicherung: Deshalb ist ein Grundsatz der Computer-Forensik, niemals an den Originaldatenträgern zu arbeiten, sondern stets nur an kopierten Daten. So bleibt das Original unverändert als Beweis erhalten. Ebenso wichtig für die Aufgaben in der Computer Forensik ist die Dokumentation der Arbeitsschritte. Auch sie trägt dazu bei, dem Kunden – eventuell auch offiziellen ermittelnden Behörden oder Richtern – möglichst stichhaltige, nachvollziehbare Beweise liefern zu können. Sorgfalt ist bei Computer Forensikern oberstes Gebot! So können nicht selten Täter überführt und Unschuldige entlastet werden.
Datenrettung – ein mitunter sehr nützlicher Nebeneffekt
Die Aufklärung von Straftaten in der Welt digitaler Daten gehört natürlich zu den entscheidenden Aufgaben für die Computer Forensik. Ein sehr angenehmer Nebeneffekt der Arbeit kann jedoch die Datenrettung sein, wenn etwa gegen einen Versender von Computerviren ermittelt wird und wichtige Dateien durch Virenbefall im Computer verloren scheinen. In derartigen Fällen wird die Arbeit der Computer Forensiker gleich doppelt nützlich, was wiederum deren Kunden doppelt Freude bringt!
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