Blutgruppen
In der heutigen Zeit sind es zunehmend viele Papiere und Dokumente, die wir stets und ständig bei uns tragen sollten. Dazu gehören aber nicht nur unsere Personalausweise oder Versicherungskarten, sondern etwa auch Dokumente, die medizinische Daten enthalten. Ein solches Dokument ist etwa ein so genannter Notfallausweis, der neben bekannten und festgestellten (falls vorhanden) Allergien auch die Blutgruppe der betreffenden Person anzeigt, für den Fall dass diese einmal in medizinischen Notfällen benötigt wird. Doch was genau sind Blutgruppen?
Grundsätzlich versteht man unter einer Blutgruppe die Beschreibung der individuellen Zusammensetzung der Glykolipide oder Proteine auf der Oberfläche der roten Blutkörperchen. Diese Oberflächen unterscheiden sich heute vor allem durch verschiedene dieser Glykolipide oder Proteine, die als Antigene wirken. Auf diese fremden Antigene bildet das menschliche Immunsystem Antikörper und so kommen auch unterschiedliche Blutgruppen zustande. Diese Blutgruppen werden heute aber nicht nur in medizinischen Fällen wichtig, sondern etwa auch bei der Feststellung von Verwandtschaftsverhältnissen.
Wird heute allerdings das Blut von verschiedenen Blutgruppen gemischt, so kommt es zu einer Verklumpung der Zellen und zwar durch die Bindung an die Antikörper. Aus diesem Grund kam es auch häufig und hier insbesondere vor der Entdeckung der Blutgruppen vor, dass Blutübertragungen nur sehr selten erfolgreich, dafür aber häufig tödlich waren. Doch aufgrund der unterschiedlichen Antigene und Antikörper finden sich heute natürlich auch viele verschiedene Blutgruppensysteme beim Menschen, wovon heute insgesamt 29 bei der ISBT (Internationale Gesellschaft für Bluttransfusion) anerkannt und beschrieben sind. Unter all den Blutgruppensystemen sind es heute vor allem das AB0-System und das Rhesussystem, das zu den bekanntesten und wichtigsten gehört.