Besser lesen – größerer Schulerfolg
Wenn ein Schüler der dritten Klasse zum einen langsam liest und dabei noch viele Fehler macht, wirkt sich dies nicht nur auf die Deutschnote aus. Gutes Lesen ist eine wichtige Voraussetzung für den Schulerfolg. Dies gilt selbst für das Fach Mathematik. Wie soll ein Schüler eine Sach- oder Textaufgabe richtig lösen, wenn er den Text gar nicht versteht?
Für Eltern ist das Üben zu Hause auch nicht immer leicht. Viele Schlechtleser sträuben sich gegen jede Zeile, die sie lesen sollen. Mit Druck erreicht man dann, dass einige Zeilen gelesen werden. Doch mit Druck erreicht man bei einigen Kindern nicht immer das gewünschte Ziel, da Druck leider auch Gegendruck erzeugen kann. Lesen wird dann nur noch mehr abgelehnt.
Lesen fördern mittels Belohnungen
Statt Druck kann es bei etlichen Schülern besser mit einer Belohnungsmethode klappen. Für besseres Lesen gibt es eine angemessene Belohnung.
So wäre es möglich aus einem geeigneten Buch zum Beispiel 50 Zeilen laut vorlesen zu lassen. Es wird mit einer geeigneten Uhr (Stoppuhr) gemessen, wie lange das Lesen dauert. Gleichzeitig wird jeder Fehler - zum Beispiel indem man dafür einen Strich macht – notiert. Fehler des Kindes werden erstmal nicht verbessert. Nach den 50 Zeilen ist es denkbar den einen oder anderen Lesefehler noch zu besprechen.
Am Ende wird jeder Strich (Fehler) mit 5 Strafsekunden belegt. Braucht ein Schüler beispielsweise für die 50 Zeilen 6 Minuten und 23 Sekunden und macht dabei 23 Fehler rechnet man: 383 Sekunden für das Lesen plus 23 mal 5 Strafsekunden macht zusammen 498 Gesamt-Sekunden.
Am nächsten Tag werden die folgenden 50 Zeilen im Buch gelesen. Liest der Schüler nun schneller und fehlerfreier – zum Beispiel, wenn seine Gesamt-Sekunden 450 betragen – gibt es eine kleine Belohnung. So könnte man als Belohnung vereinbart haben nach dem Lesen eine oder zwei Runden UNO oder Memory zu spielen, aber nur dann, wenn diese Belohnung für das Kind auch attraktiv genug ist.
Übrigens: Manchmal ist es besser, wenn nicht Mutter oder Vater mit dem Kind lesen üben sondern ein Großelternteil oder auch eine Nachbarin.
Lesen fördern mittels PC-Programm
Bei manchen Schülern liegen die Gründe für das schlechte Lesen tiefer. Nicht jedem fällt es leicht Gesehenes (Buchstaben und Wörter) mit Gehörtem (Laute und Aussprache) in Verbindung zu bringen. Dabei kann nach den Untersuchungen des finnischen Forschers Teija Kujala ein Computerprogramm helfen, das Übungen bietet, mit denen visuelles und auditives Material verknüpft werden kann. Ein PC-Programm, das dies leisten kann, heißt WinKonz. Damit lässt sich zum Beispiel ein bestimmter Buchstabe vorsagen, der dann aus einer Reihe verschiedenster Buchstaben herausgesucht werden muss. Ein weiteres Programmmodul erlaubt es, sich Buchstaben vorsagen zu lassen, die anschließend per Tastatur eingegeben werden müssen. Das Programm ist für Schüler und Schülerinnen ab etwas Mitte der 2. Klasse geeignet.
Autor: Ernst Hartmann