Backupstrategie weist oft Lücken auf
Produktivitätsverlust bei mangelhaften Wiederherstellungsverfahren enorm.
Trotz der Verbesserungen, die Hersteller von Backup- und Speichersystemen an ihren Produkten vorgenommen haben, kommt es immer noch zu häufig vor, dass Störungen der Server zu Produktivitätseinbußen führen.
Egal ob es sich dabei um ein Software- oder Hardwareproblem, menschliche Eingriffe oder mechanische Störungen handelt, die verlorenen Datenmengen nehmen zu, während die Unternehmen immer mehr in Abhängigkeit von ihren Daten kommen.
Da sich der Verlust der Daten eines einzigen Servers auf die Leistung eines ganzen Unternehmens auswirken kann, ist es entscheidend, dass die Reparatur- und Wiederherstellungsarbeiten schnell und einfach durchzuführen sind. Ein guter Anfang im Umgang mit größeren Serverstörungen ist es, jederzeit ein aktuelles Backup aller Datenbestände zur Verfügung zu haben. Leider können in solchen Situationen auch Backups unbrauchbar werden. Verschiedene Hindernisse können das Wiederherstellen von Daten aus einem Backup erschweren oder sogar unmöglich machen. Häufig sind die vorhandenen Backups ungeeignet. Wenn Backupsysteme nicht regelmäßig getestet werden, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass unerwartete Probleme bei der Wiederherstellung von Dateien und Programmen auftreten. Auf diese Weise können sich in Sicherheit geglaubte Daten doch noch als verloren erweisen. Wenn die Backups in zu großen Intervallen durchgeführt werden, kann es vorkommen, dass die gesicherten Dateien bereits wertlos geworden sind. Hält sich ein Betrieb nicht an ein festes Schema im Umgang mit Backups, können alle aktuellen Daten verloren sein, weil das vorhandene Backup hoffnungslos veraltet ist.
Schutzmaßnahmen
Der Mangel an gut ausgebildetem IT-Personal und technischen Kenntnissen und der Zeitaufwand, den es kostet, ein hochqualitatives Backupsystem zu betreiben, können in vielen Fällen zu ernsthaften Problemen führen. Datenrettung ist oft der einzige Ausweg für Unternehmen, die ihre Daten nach einem Zwischenfall schnell wieder benötigen. Die Zeitspanne, in der eine Datenrettung stattfinden kann, wird immer wichtiger, da der fehlende Zugang zu den Daten die Produktion eines Unternehmens stilllegen kann. Einer Untersuchung der Meta Group zufolge kann jede Stunde Betriebsstillstand einen Millionenverlust nach sich ziehen (zwischen einer und drei Millionen Dollar, je nach Sektor). Es gibt mehrere einfache Verfahren, die Unternehmen anwenden können, um sich gegen den unwiederbringlichen Verlust von Daten zu schützen. Ein erster wichtiger Punkt ist das regelmäßige Defragmentieren. Ein Defragmentierungsprogramm verschiebt jene Teile von Dateien oder Verzeichnissen, die auf verschiedene Orte der Festplatte verstreut sind, auf einen einzigen Ort. Das verbessert die Qualität einer eventuellen Datenrettung, da verschiedene Dateien und Verzeichnisse einfacher zu lokalisieren sind.
Auf alles achten
Mindestens ebenso wichtig ist das Erstellen eines Backups vor der Inbetriebnahme oder Installation neuer Hardware oder Software. Jedes mechanische Geräusch in einem Laufwerk sollte Sie misstrauisch machen. Das Laufwerk sollte sofort ausgeschaltet und ein Spezialist eingeschaltet werden. Es ist empfehlenswert, Laufwerke mit der ursprünglichen RAID-Anordnung zu beschriften, bevor man sie entfernt. Das spart Zeit bei der Datenwiederherstellung und verringert die Downtime, die die Produktivität des Unternehmens negativ beeinflussen könnte. Niemals Daten wieder auf dem Server speichern, der den Datenverlust verursachte. Zum neuen Abspeichern immer einen anderen Server oder einen alternativen Speicherort benutzen, um sicherzustellen, dass man mit einem korrekt funktionierenden System arbeitet. Bei Problemen mit Microsoft Exchange oder SQL niemals versuchen, die originalen Information-Store- oder Database-Dateien zu reparieren, sondern eine Kopie erstellen und die betreffenden Schritte an dieser Kopie durchführen. Beim Ersetzten eines kaputten Laufwerks eines RAID-Systems niemals ein Laufwerk verwenden, das bereits früher Teil eines RAID-Systems war. Von der Ersatzfestplatte immer alle Daten vollkommen entfernen (also nicht nur formatieren, sondern echt komplett löschen), bevor diese eingesetzt wird. All diese Maßnahmen erhöhen die Wahrscheinlichkeit einer erfolgreichen Datenrettung nach eventuellen Zwischenfällen beträchtlich. Dabei spielt es keine Rolle, welche Systeme ein Unternehmen zum Speichern und Schützen seiner Daten nutzt. Durch vorbeugendes Handeln können sich Unternehmen vor vielen Problemen schützen und sind sie in der Lage, mögliche Zwischenfälle gut aufzufangen.
Verfasst von Maurice Bokma für RSE Datenrettung (info@rsedatenrettung.de)