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Ausschließlichkeitsvertrieb, Makler oder Online-Versicherung?

Bei der Frage, wie man seine Versicherungen aussucht und abschließt, gehen die Meinungen weit auseinander. Grundsätzlich gibt es zu jedem Durchführungsweg Vor- und Nachteile, oftmals auch abhängig vom gewünschten Versicherungsprodukt.

Hat man alle Versicherungen “aus einer Hand” bei einem Versicherungsunternehmen und wird von einem Vermittler betreut, der nur für dieses Unternehmen (und dessen Vertriebspartner) tätig ist, so spricht man vom Ausschließlichkeitsvertrieb. Der Vorteil ist dabei nicht nur einen Ansprechpartner zu haben, sondern auch daß man sich gegenüber dem Versicherungsuntenehmen als gute Kundenverbindung darstellt, für die evtl. doch ein besserer Service geboten wird. Bei vielen Assekuranzen werden Rabatte geboten, wenn mehr als nur ein Vertrag abgeschlossen wird. Keine Versicherung kann jedoch in jeder Sparte das beste Angebot bieten. Demzufolge wird man, wenn man sich auf diese Art versichert, für den ein oder anderen Versicherungsvertrag mehr bezahlen, als unbedingt notwendig wäre. Beim Ausschließlichkeitsvertrieb steht die Versicherungsgesellschaft in aller Regel für Fehler ein, die der Ausschließlichkeitsvermittler aufgrund von z.B. Fehlberatung zu verantworten hat.

Bei Maklern bleibt der Vorteil, nur einen Ansprechpartner zu haben, bestehen. Als guten Kunden kann man sich jedoch nur noch gegenüber dem betreuenden Makler präsentieren, gegenüber den einzelnen Versicherungsunternehmen geht dieser Vorteil verloren. Durch die Streuung sind dann auch die Rabatte, die aufgrund der Anzahl der Verträge gewährt werden, verloren. Dafür kann der Makler aus einer Vielzahl von Versicherungsangeboten verschiedener Gesellschaften wählen und seinem Kunden das beste Angebot aussuchen. Jedoch ist dabei darauf zu achten, daß dieser Makler auf ein Portfolio namhafter Versicherungsunternehmen zurück greifen kann. Die vom Makler vertriebenen Gesellschaften haften in aller Regel nicht für Beratungsfehler des Maklers.

Wenn man sich auf eigene Faust online versichert, ist die Frage nach der Haftung nicht gegeben. Jedoch gerade, daß in der Versicherungsbranche die Haftungsfrage eine gewichtige Rolle spielt, zeigt daß diese Materie kompliziert und vielschichtig ist. Als Nichtfachmann sollte man auf jeden Fall ein Versicherungslexikon zur Hand haben, um die gebräuchlichsten Fachbegriffe nachschlagen zu können. Sich mit den Unterschieden einzelner Versicherungsbedingungen und -klauseln vertraut zu machen ist ebenfalls sinnvoll. Onlineabschlüsse rechnen sich meist nur bei Privatversicherungen, zum Einen wegen der steuerlichen Absetzbarkeit der Beiträge, die die Ersparnis schmälert, zum Anderen weil bei gewerblichen die Materie oftmals noch komplizierter ist.

Bei einzelnen Versicherungsprodukten ist es kein Problem, sich selbst online zu versichern. So wird z.B. der Service bei Risikolebensversicherungen eher nebensächlich, bei Tod kommt die vereinbarte Versicherungssumme zur Auszahlung, ansonsten nicht. Ob man auf Service hingegen z.B. bei der KFZ Versicherung verzichten möchte, sollte man sich gut überlegen. Im Falle eines Unfalls ist Service und Beratung vor Ort manchmal unbezahlbar. Hüten sollte man sich vor Internetangeboten, bei denen der Anbieter nur über teure Service-Hotlines zu erreichen ist.

Im Bereich der Krankenversicherung macht der Weg über einen Makler oder einen Allfinanzdienst Sinn, die verschiedene Anbieter im Vergleich zu einanander darstellen können.

Sachversicherungen, gerade Risiken, die miteinander in Verbindung stehen (wie z.B. Hausratversicherung und Glasversicherung oder Wohngebäudeversicherung), sollte man auf jeden Fall bei einem Versicherungsunternehmen eindecken. Hier bietet sich der Ausschließlichkeitsvertrieb an, welcher wohl auch die familiärste der verglichenen Formen darstellt. Nicht zuletzt ist die Frage der persönlichen Absicherung auch Vertrauenssache.

Bei Angeboten zur Lebensversicherung sollte man sich auf jeden Fall selber gut informieren und sich nicht nur auf die Zahlen im Angebot verlassen, sondern sich auch über die Bonität des jeweiligen Unternehmens informieren.

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