Astrologie und astrologische Beratung: eine Persönlichkeitsfrage
Astrologie und einige andere Berufe leben nicht nur von der schieren Fachkompetenz und Wissen, sondern auch von der persönlichen Note, die der Ausübende mit einbringt. In beratenden Berufen, insbesondere solche mit psychologischer Ausprägung, gilt dies in besonderem Maße. Leider ist die astrologische Beratung oftmals von der Persönlichkeit des Astrologen beeinträchtigt. Deutlich wird dies z.B. an den in Foren diskutierten Dienstleistungen, die als astrologische Telefonberatung im Internet von oft hunderten angeblichen Profis innerhalb eines Portals angeboten werden.
Nicht selten überschätzen sich Astrologen. Allein von der ansatzweisen Wahrnehmung der großartigen Möglichkeiten der Astrologie bzw. Beratung sind einige schon so begeistert, dass sie glauben, nach nur ein oder zwei Jahren bereits andere in Form einer „Beratung“ beglücken zu müssen. Sie haben sich noch nicht mal intensiv mit ihrem eigenen Horoskop beschäftigt, glauben aber andere über deren Horoskop Wertvolles erzählen zu können. Sie nennen sich „Astrologe“ oder vielleicht sogar Berufsastrologe und meinen, sie könnten wirklich eine Astrologie-Beratung anbieten, die diesen Namen auch verdient. Ihr Wissen umfasst nur ein kleines Stück, aber davon sind sie schon so berauscht, dass sie nicht mehr wahrnehmen, was sie alles NICHT wissen. „Ich weiß, dass ich nichts weiß“ sagte Socrates. Ein wenig von dieser bescheidenen Weisheit würde vielen dieser Astrologie-Beginner gut tun. Das Leben und der Mensch sind beide so vielfältig, tief und komplex, dass auch der beste Astrologe nicht mit absoluter Sicherheit sagen kann, was in einer bestimmten Situation für einen Menschen, den er gerade ein paar Minuten kennt, das Beste ist. Deshalb muss die astrologische Beratung den Klienten in einem Dialog angemessen mit einbeziehen. Nur so liegt eine echte Lebenshilfe und astrologische Lebensberatung vor.
Martin Dierks