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Anton Bruckner die “Nullte” Sinfonie - chronologische Probleme

Das symphonische Gesamtwerk des Komponisten Anton Bruckner (1824-1896) beinhaltet, was die vielen unterschiedlichen Fassungen der Werke anbetrifft, mit Sicherheit einen Problemkomplex. Chronologische Fragen hingegen sind eher selten, da Bruckner während seiner Arbeit an einem Werk zahlreiche Vermerke in seinen Partiturbögen machte, die auf das Datum, den Status der Komposition (z.B. “fertig”, “ganz fertig”) und grösstenteils auch auf den Ort hinweisen.

Bei einem Werk Bruckners, nämlich der Sinfonie in d-Moll (WAB 100) scheint es aber in der Tat ein chronologisches Problem zu geben beziehungsweise gegeben zu haben. Die Bezeichnung “die Nullte” assoziiert ja zunächst auch, daß dieses Werk wohl vor der 1. Sinfonie entstanden sein muss. So findet man auch in etlichen CD-booklets als Datierung für diese Sinfonie die Jahre 1863-1864.

Es handelt sich um einen Irrglauben handelt, wenn man dieses frühe Werk in Bruckners Linzer Zeit einordnet. Es gibt zunächt innere Faktoren in der Musik selbst, die auf das Entstehungsjahr 1869 Rückschlüsse zulassen, wie zum Beispiel Ähnlichkeiten mit Beethovens Neunter Sinfonie, bei der es äusserst zweifelhaft ist, daß Bruckner diese im Jahr 1863/64 schon gekannt haben kann, sowie detaillierte Ähnlichkeiten mit eigenen Werken, wie z.B. der dritten Sinfonie (1873) oder der e-Moll messe (1866).

Neben den musikalischen Aspekten sind es aber auch uns insbesondere biografische Anhaltspunkte, die auf das Jahr 1869 als Entstehungsjahr der “Nullten” schliessen lassen.

Der Musikwissenschaftler Bo Marschner, (Arhus, Dänemark), hat im Bruckner Jahrbuch 1987/88, Anton Bruckner Institut Linz. Linzer Veranstaltungsgesellschaft mbH einen ausführlichen Artikel zur Problamatik der chronologischen Einordnung der frühen d_Moll Sinfonie verfasst (Seite 53-62).

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