Aktinische Keratosen – Hautkrebs durch UV-Licht
Bei der aktinischen Keratose handelt es sich um eine durch UV-Licht verursachte Schädigung bestimmter Hautzellen. Wurde sie früher als Präkanzerose, also als eine mit erhöhtem Risiko für bösartige Entartung einhergehende Gewebsveränderung eingestuft, gilt sie inzwischen als früher Hautkrebs.
Sonnenlicht schädigt die Hautzellen unbemerkt
Aktinische Keratosen, auch als “raue Lichtschwielen” bekannt, treten vor allem an sonnenexponierten Stellen wie Kopf, Hals, Nacken, Unterarmen und Handrücken auf. Betroffen sind hellhäutige Menschen, die sich insbesondere in jungen Jahren übermäßiger Sonneneinstrahlung ausgesetzt haben. Die Veränderungen zeigen sich bevorzugt jenseits des 50. Lebensjahres, bei Männern häufiger als bei Frauen. Der Zerstörungsprozess der Haut geschieht dabei über viele Jahre im Verborgenen, sichtbar wird eine aktinische Keratose oft erst nach 10-20 Jahren.
Symptome der aktinischen Keratose
Die Symptome zeigen sich im ersten Stadium als millimetergroße, scharf begrenzte und leicht schuppende Rötungen an den sonnenexponierten Hautpartien. Im Verlauf der Krankheit entwickeln sich diese zu größeren, weißlich-gelben Verhornungen. Die betroffenen Stellen fallen in den meisten Fällen weder durch Juckreiz noch Brennen auf, zeichnen sich aber durch eine extrem raue, sandpapierähnliche Oberfläche aus.
Therapiemöglichkeiten
Wird eine aktinische Keratose nicht therapiert, führt sie in 6-10 % aller Fälle zum sogenannten “hellen Hautkrebs”. Deshalb müssen die betroffenen Hautstellen möglichst frühzeitig durch einen Hautarzt behandelt werden. Dabei kommen unterschiedliche, teils operative, teils mit topischer Applikation von Wirkstoffen arbeitende Methoden in Frage.
Kryotherapie und Kürettage
Die Standardtherapie besteht aus der Kryotherapie oder der Kürettage, also dem Vereisen oder mechanischen Abtragen der betroffenen Hautstellen.
Behandlung mit Immunmodulator
Fotodynamische Therapie
Die fotodynamische Therapie zerstört die Tumorzellen durch Licht, nachdem die betroffenen Hautareale durch fotosensibilisierende Cremes behandelt wurden.
Therapie mit Weihrauchextrakten
Neuere Studien ergaben einen weiteren Erfolg versprechenden Wirkstoff zur Behandlung aktinischer Keratosen. Dabei handelt es sich um Weihrauchextrakte, Boswelliasäure hemmt ein Schlüsselenzym, das im Zusammenhang mit entzündlichen Reaktionen steht. Neben ihrer entzündungshemmenden Eigenschaft zeichnet sich Weihrauchsäure durch antiproliferative und antitumoröse Wirkungen aus. Sie hemmt die Expression von Matrixmetallproteinasen, die zur Zerstörung von Strukturproteinen wie Kollagen und Bindegewebe führen. Sie hat zytostatische Wirkung, hemmt also das Wachstum von Tumorzellen und löst Apoptosen, programmierte Zelltode von Tumorzellen, aus.
Zur Anwendung kommt standardisierter Weihrauchextrakt, der mindestens 30 Prozent Boswelliasäure enthält. Das Wirkstoffkonzentrat wird in Form von Nanopartikeln topisch appliziert.
Anwendungsstudien zeigten, dass entzündliche Hautläsionen nach dreimonatiger Anwendung vollständig abheilten. Keratosen und Entzündungsreaktionen wurden deutlich reduziert.
Der Vorteil gegenüber anderen Therapien liegt in der hohen Verträglichkeit der Boswelliasäure. Grundsätzlich geht eine Behandlung mit Weihrauchextrakten mit hauterhaltenden- und pflegenden Gesichtspflege Produkten einher.
Boswelliasäure, die aus dem Harz der Weihrauchbäume gewonnen wird, ist in der fernöstlichen Medizin, insbesondere im indischen Ayurveda, schon lange als Wirkstoff zur Behandlung entzündlicher Erkrankungen bekannt.
Nach erfolgreichen Pilotanwendungen setzt nun auch die westliche Schulmedizin zunehmend Boswelliaextrakte zur Behandlung entzündlicher und bösartiger Hauterkrankungen ein, zu denen auch die aktinischen Keratosen zählen.
Ulrike Maldoff
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