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Absinth und die Trinkrituale

Nachdem der Absinthe in vielen Ländern verboten war (und das nicht ohne Grund), verschwanden selbstredend auch viele Marken und Destillerien von der Bildfläche. Jedoch war Absinthe damals so beliebt wie nie, und geradezu unglaubliche Mengen des grünen Getränkes wurden Jahr für Jahr konsumiert. Sogar eine ganze Tageszeit wurde nach dem Absinth benannt: Die grüne Stunde, die sich vor allem in Frankreich rasch einbürgerte, war für viele in Europa geradezu eine Institution geworden: Zwischen 17 und 19 Uhr traf man sich Zuhause oder im Cafe mit Freunden, oder aber einem der speziellen, nur auf Absinthe ausgerichteten Lokale, trank das grüne Kultgetränk, entspannte sich und hielt zumindest kurz scheinbar die ganze Welt an.Diese Praktik spiegelt sich auch in den verschiedenen Trinkritualen wieder, die weit mehr sind, als lediglich die Verdünnung des Absinth mit Wasser, oder eine Abmilderung der Bitterkeit durch Zugabe von Zucker. Vielmehr haben diese Rituale fast meditativen Charakter, und können, richtig eingesetzt und auch wertgeschätzt, quasi als Sinnbild für die Auszeit, die der Absinth einem verschafft, gesehen und erlebt werden, und sollten zum vollendeten Absinthgenuss ebenso dazu gehören, wie das Leeren des Glases im Anschluss.

Wer seinen Absinth einmal ganz anders genießen möchte, der kann sich natürlich auch eine Flasche Absinth kaufen, und diesen anschließend zu einem schmackhaften Cocktail verarbeiten. In der Tat wandelt man dabei ebenfalls in der Geschichte, denn Absinth war der Grundstoff des ersten Cocktails überhaupt – wäre die Grüne Fee mit ihren bitter – herben Aromen nicht gewesen, würden die schmackhaften Mixgetränke heute wahrscheinlich gar nicht existieren!

Celso Cardozo

Gabi.sinzig[at]web.de

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